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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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223
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Drittes Buch.

fahren. Ich weiß daß viel geſchrieben haben/

ie Hitz ſeye unter der Linien unerträglich/ unddaß das Waſſer ſamt einetm theil der debens-mittlen ſtinckend werde. Wir aber haben deſ-len keines erfahren/ ſondern auff der Reiſegroſſere Hitze gelitten dich will zwar bekennen/daß wann uns eine Stille unter der Linien er-deriffen/ an ſtat wir guten Wind gehabt/ wir5 Hitze mehr als ſonſten waren innen wor-

Nachdem wir etliche Tag zu Schiffe ge-

weſen/ ſind wir in dreyen einen Strand vor-

ey gefahren/ alwo das Meer allerdings mitGras uͤberzogen/ deſſen Laub den Helbaums-Haͤtteren gleichet. Dieſes Gras tragt eineFrucht/ wie die groſſen weiſſen Stichelbeeren;Es iſt aber nichts darinnen. Endlich nach vielanderen Schiffarts⸗Tagen entdeckten wir dieKuſten gegen Ißland/ und darnach die InſulFeretre; Altpo die Hollandiſche Flotte ſo unsentgegen kame/ vnſer wartete/ die Stuck all-deit loos brennend/ uns dardurch zu erkennenzugeben/ an welchem ort ſie ſeyn mochte. Sobald die beyde Flotten einanderen gewar wor-

den lieſſe ein jedes Schiff ſeine Stuck loß-

rennen/ und kame ein jeder zu ſeinem Schif-fer von dem Admiral oder Seeherꝛen/ zu demSeeherꝛen/ von dem Vice Admiral/ zu dem

Schiffe/ wie ſie deß anderen Tages davon ur-theilen/ vorgeſtellet/ und dem Verbrechen nachgerichtet.

zu führen; aber ſo bald ſie dahin kamen/ fan-den ſich Freunde/ die ihre Gnad erlangten/ undwurden alſe ledig geſprothen. Jetzund aber ſte-het ein jeder in Sorgen/ maſſen kein verge-bung mehr zu hoffen/ welches die urſache/ dasdie Feen und Schiffleuthe ſich nichtmehr wie vor dieſern, geluſten laſſen, einige thbermültigkeiten noch Meutereyen auff dem we-ge zuerwecken. Es ſind zween von unſerer Flot-ken gehenckt worden/ weilen ſie die Offſeirermit Meſſern verwundet; ihrer viel ſind mitrollen und ſeileren vor dem groſſen Maſt ge-ſchlagen/ und anderen ihre Beſoldungen ge-nommen wordenWir ſind durch die Flotte der Harings-faͤngeren gefahren/ und ſie haben nicht under-laſſen einem jeden Schiff gantze Tonnen daͤ-

mit angefüller zuzubringen. Die Haubtleu-

the verehrten jhnen dargegen Reiß/ Pfefferund andere Specereyen.VLSo bald wir die Hollandiſchen Kuͤſten er-

ſehen/ haben alle Bootsknechte unſerer Flot-

te/ ſo mit deren welehe die Manilles belagert

Vor dieſem pflegte man ſie biß in Holland und ferner

fuͤrgattgen.

hatte/ geweſen/ vor Freude jhres Landes wi⸗ Freue deß

ice· Admiralen/ und alſo von allen anderen.ir waren eilff Schiffe/ und kamen uns

der anſtchtig zu werden/ viel groſſe umd kleine zeolaeKertzen um das vorder und hinder Theil des hung ihres

auch eilff entgegen; Nachdem ein jeder dasein erkant hatte/ ſt man ernſtlich bedacht ge-weſen auff alle Schiffe/ ſo auß Indien kom-men/ viel erfriſchungen zu ſchicken/ als nam-lich Bierfaſſe/ gerauchtes Fleiſch/ Butter/Aae/ gut weiſſes Zweyback/ und vor jedesSchiſeinfaßmit Rheiniſchem/ Frantzoſiſchemund Spanniſehem Wein. So bald dieſe Le-eensmittel in unſerem Schiffe geweſen/ nah-men die Soldaten und Bootsknechte dreyder vier von dieſen Bierfaͤſſern/ ſtellten ſie na-he bey dem groſſen Maſtbaum auff den Bo-den/ ſelben mit einer Stuck⸗ kugel einſchla-bend und ware an dem der am beſten Trin-1 konte; ein gleiches thate man mit dem eſ-

en; dann das Getranck und die Nahrung

unden zeit wahrender Reiſe zu eines jedenlieben. Des anderen Tags hat ſich ein je-. der Schiffer ſeines Ambts begeben/ und denBefehl den Schifferen/ ſo man mitgeführtö hatte äuͤberlaſſen. Es waren deren drey vor je-des Schiffe/ und man wehlet zu dieſem ende

alte Schiffer von 60. biß auff So. Jahre/ wel-

ee ene vollksmliche Wiſſenſchafft dieſerSeen/ und wie die Sand⸗baͤncke ſich ebendleſes Jahres geendert haben.

He. ds folgenden Tags lieſſe der Geleits-er:

drey Stuck loß brennen/ und die Fahnemuff das hintertheildeß Schiffes ſtecken um zu1 arnen/ daß alle Bediente/ ſo wohl einer als5 andere zur Flotten in den Raht gehen ſol-G5 Dahin werden alle Rechts handel undſemachtliche Sachen gebracht/ ſo wider die8 ſo auff der Reiſe uͤbel gehandelt ha-lere verführt worden/ und nachdem alles u-ehen/ werden die Straffbaren von jedem

deren Namen ſo bey unsT

Schiffes geſtecket wo ſolche der Wind als dae

ſie angezündet waren nicht außloͤſchen koͤn-nen. Man hatte deßgleichen auff füuff oderſechs Schiffen gethan/ welches einen 0 unge-wohnlichen Schein von ſich gegeben/ daß diegantze Flotte darab erſchrocken. Es waren

guf unſerem Schiff allein ber die ſibenzehen⸗-

hundert/ dieſer ſo wohl groſſen als kleinen Ker-zen. Es haften dieſe Schiffleuthe dieſelbenſeit den Manilles her/ von welchen ſie einebose menge/ gleich wie von Ponte de Gal-e in der Inſul Ceylan mitgebracht/ auffbe-halten. Dann als ſie zu Lande waren/ habenſie etzliche Kloͤſter auff dem Felde geplünderetund angeſteckt; und weil in allen Indien dasWap in wohlfeilem preiß/ und lejchtlich ge-weiſſet wirdʒ Als hatte ein jedes Kloſter jeder-zeit einen groſſen Vorꝛaht an Kertzen/ geſtaltman deren an Feſt⸗tagen viel vor dem Chor-

Altar/ und in allen Capellen anzundet. Alſo

daß der geringſte der Hollandiſchen Boots-knechten breiſſig oder viertzig dieſer Kertzen be-kommen/ und es ſind deren etliche geweſen/ die

eines Schenckels groß hatten.

Die Anſtalt ware der gewohnheit nach/ daßunſer Schiff als Vice-Admiral in Seelandeinfahren ſolte. Wir waren gantzer ſiben Ta-ge in dem Strand ohne daß wir von Fleſſin-gen anlangen konten/ wegen des Sands ſoſehr offt orte wechſelt. So bald alß wir denAncker geworfen/ kamen mehr als, 50. kleine

Nennſchifflein um das unſere herum/ alleineſie hielten ſich

R ſich ein wenig entfernet/ und wareihnen verboten unſerem Schiffe zu naheren.Damahlen fienge ein jeder an ſchreyen/ und

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Ihre An-i kunfft.waren zu erfragen/3 um