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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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225
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Drittes Buch.

ke keine aller dieſer Waqpen/ er hatte daun aue

ſelſchafft nicht unterworffen/ und daß ſie mirdie Durchfart gutwillig geſtattet hatte. Wor-über mir die Schlüſſel alſobald zurück gegebẽ/und einem auß denen zu dem Vorꝛaht⸗Haußverordneten Zeuten befohlen worden/ Schlit-len/ deren man ſich in Holland an ſtat der Kar-ren gebrauchek/ meine Kiſten zu laden/ komenzulaſſen. Ich wil dieſes kurtzlich und nur oben-hin bermelden/ daß ich nicht allein diß Orts invbacht genommen/ daß je mehr man dem Auf-galig ſich naheret/ je weniger Höflichkeit undEhrbezeugung bey den Leuten gefundẽ wind/und die Gemuther pflegen der groben und un-geſchliffenen welſe des Lands nachzuſchlagenEs haben die Herꝛen Oberaufſeher mir e-ben ſelbigen Abend die Ehre gethan/ und einenſhrer Bedienten geſchickt/ mit vermelden/ daßich des andern Tags mit jhnen zu ſpeiſen ge-batten ſeyn folte. Ihrer viel auß der Geſellſchaftſind bey der Mahlzeit geweſen/ und ich glau-be/ ſie ſeyen nicht wegen des guten Geſchiresndern vielmehr mich anzuhoͤren/ aldorten er-chienen/ ſich einbildend/ daß mir viel Sachendie beſondere Handlung/ ſo die Statthalterer Geſellſchafft in Indien treiben/ betref-end/ bekannt ſeyn mochten. Sie betrogench nicht/ und ich bekenne/ daß man nicht beſ-er gis ich bin/ unterꝛichtet ſeyn kan aller de-zen Weiſen/ durch welche dieſe beſtellte/ ſo dieAufſicht der Schreibſtuben in Perſien undIndien haben/ ſich zu bereichern wiſſen. Danſie kehren nicht wieder mit leren Handen inHolland/ und wann ſie allein hundert oderhundert und fünfzig tauſend Gulden davonbungen/ ſchatzen fie ſolches nicht. Ich hab jh-zer viel gekennt/ die bis in ſechs oder ſiben hun-gert tauſend Gulden/ als wie unter andern Hꝛ.claus Obrechit/ welcher das Oberhaupt der1 ollandiſchen Schreibſtuben bey des zu Ilaam als Ormus und andern Orten in Per-lien von Annd 1635 bis auf 1640. getweſen/zuſammen gelegt haben. Die ſeine Freundwvaren/ und mil jhmme gehandlet hatten/ ber-mehnten/ er hatte uber fütifzehen tauſend to-trans, welche ſich bis in die ſechs hundert undgeungig tauſend Francken belauffen/ davonſobacht⸗ ohe was ihn bas Podagratm/ mit8 hchen er behaftet ware/ und andere Kranck-ellen/ welche viel eher von der Gemeinſchaftden Perſtan chen Bienen herſfeſfen als vonnet Mühe ſo man hat/ die Seiden einpacken108 tagen zalaſſen/ und zusehen ob ſie gleich/und ob nicht eine falſche Strange mit der gu-een vermiſchet ſeye/ gekoſtet hatten⸗ Obge-der Her? Obrechit konte viel verthun/ wei-zn der Getwinn groß/ aber wenig erlaubt/ undüer ehrlichen Leuten nicht zugelaſſen. Allefell Zucker⸗und andere Waaren der Ge-5 ſchafft werden in das gröſſe/ und gemein-bes duc mus oder Somron verkaufft und dasGeldet, ſch aährlich auff ſechhzehein Tonnen

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aul acdechnet/ thut unglerer Muner hundettTon eleig tauend Francken/ und die te99 3 Gold ein million neun hundert zwan-h kauſend Francken. Her? Obrechit verkauf-

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/ ein jede Tone zu hundert tauſendGul⸗ ſe

Jahr vor ſich achthig oder hundert kauſendGulden/ ſo die Perſtaniſche Kauffſeute meunter der Hand durch die Mackles anbietenlieſſen/ damit er die Waaren in geringermPreis zuverkauffen geſtattete. Aber er iſt nichtder Urheber dieſes Mittels ſich zu berkicherngeweſen/ andere haben es vor jhme gethan/ undnach jhme aber andere/ wie inſonderheit dieHerꝛen Conſtant und von Wüuck.

Uůber das iſt noch der Gewinn/ ſo dieſe Her-ben auf der Seiden tachen. Wahr iſt es/ daßdie Geſellſchafft ſeit etlichen Jahren die Sei-den auß Per ſien/ nicht ſo viel als vor dieſem ge-ſchehen/ ſchatzet/ weilen dieſelbe keinen ſo groſ-ſen Vertrieb in Japonien hak/ als ſie gehabthatle/ wann die Handlung/ wie in den Jah-ren 1636. und 1637. ware fortgeſetzet worden.Alle der Schreibſtuben Vorgeſetzke/ die demOhrechit naehgefolget/ hatten ſich/ ſo wohl alser bereichern koͤnnen; daim in dieſen obge-melten beyden Jahren iſt die Seiden in Ja-ponien theur geweſen/ maſſen die von Chinaund Tunquin mit den Holländern damahlsin Kriege von dieſen verhindert wurden in Ja-

ponſen zuhandlen/ und die Ohineſer und Tun.quineſer konten keine Seiden als von der Handder Holländern bekommen. Sie koſte was

ſie wolle/ konnen ſie deren nicht entbehren ſiechzubekleiden/ weilen ſie ſich keines anderen zeugzu jhrer Kleidung gebrauchen. Alſo dann daß

Herz Obrechit ſich in dieſen beyden Jahren

163 6. Und 163 7 bereichert. Dann an ſtatt

fünf oder ſechs hundert Ballen Seiden/ wel-

ches das tneiſte/ ſo ſte von dem König in Per-ſien empfangen/ hatte der General von Ba-tavia und ſein Raht jhme geſchrieben/ daßer ihnen/ es mochte gleich koſten was es woltezwey kauſend Paͤcke davon ſchicken ſolte. Ichhab in dem erſten Buch meiner Exxhlungenvon dem zwiſchen dem Konig in Perſten undHolländiſchen Geſellſchafft gemachten Ver-glich geredet; und hab zugleich Antegung ge-than/ von ber ſchlerhten Erfolg der Handel-ſchafft der Abgeſanten auß Hollſtein/ deſſender Bittſchafft⸗Sehreiber ſich ohne Zweiffel

in ſeiner Erzehlung/ ſo er außgehen laſſen/ niechk

gerühmet. Derdwegen und auß Beyſorgtdem Leſer nicht uͤberdruſſig zu ſeyn/ welde ich

mich diß orts keiner Widerholung bedienen -

3 denſelben allein erinneren/ daß die An-kunfft dieſer Geſandten/ ſo eine Forcht undVerdacht bey den Hollaͤndern erweckt/ U ſa-che geweſen/ daß dieſe den Preis der Seidendermaſſen geſteigert/ daß allen andern Völ-ckerſchafften der Luſt benommen worden/inkhrers darauff zu bieten: 8

Nachdein nun Obrechit auß Batavia Me-

fehl empfangen/ wen tauſend Packt Seiden/ zwischen den

ſie koſte gleich las ſie wolle/ zukauffen/ unddieſes ware die gantze Zahl/ ſo Perſien her-chieſſen konte/ lvie er Geiſt hatte/ und den Ge-vin über alles ſiebte/ alſo wußte er ſo ſchlck-

Holländern

und dein Kh-nige in Per-ſien wegender SeidenHandlung

lich init deten Armenieren und anderen Per⸗ Aabetraten

ſiſchen Handeleleuten umzugehen/ daßer die begehrte zwey tauſend Packe Saf en