Drittes Buch.
ke keine aller dieſer Waqpen/ er hatte daun aue
ſelſchafft nicht unterworffen/ und daß ſie mirdie Durchfart gutwillig geſtattet hatte. Wor-über mir die Schlüſſel alſobald zurück gegebẽ/und einem auß denen zu dem Vorꝛaht⸗Haußverordneten Zeuten befohlen worden/ Schlit-len/ deren man ſich in Holland an ſtat der Kar-ren gebrauchek/ meine Kiſten zu laden/ komenzulaſſen. Ich wil dieſes kurtzlich und nur oben-hin bermelden/ daß ich nicht allein diß Orts invbacht genommen/ daß je mehr man dem Auf-galig ſich naheret/ je weniger Höflichkeit undEhrbezeugung bey den Leuten gefundẽ wind/und die Gemuther pflegen der groben und un-geſchliffenen welſe des Lands nachzuſchlagenEs haben die Herꝛen Oberaufſeher mir e-ben ſelbigen Abend die Ehre gethan/ und einenſhrer Bedienten geſchickt/ mit vermelden/ daßich des andern Tags mit jhnen zu ſpeiſen ge-batten ſeyn folte. Ihrer viel auß der Geſellſchaftſind bey der Mahlzeit geweſen/ und ich glau-be/ ſie ſeyen nicht wegen des guten Geſchiresndern vielmehr mich anzuhoͤren/ aldorten er-chienen/ ſich einbildend/ daß mir viel Sachendie beſondere Handlung/ ſo die Statthalterer Geſellſchafft in Indien treiben/ betref-end/ bekannt ſeyn mochten. Sie betrogench nicht/ und ich bekenne/ daß man nicht beſ-er gis ich bin/ unterꝛichtet ſeyn kan aller de-zen Weiſen/ durch welche dieſe beſtellte/ ſo dieAufſicht der Schreibſtuben in Perſien undIndien haben/ ſich zu bereichern wiſſen. Danſie kehren nicht wieder mit leren Handen inHolland/ und wann ſie allein hundert oderhundert und fünfzig tauſend Gulden davonbungen/ ſchatzen fie ſolches nicht. Ich hab jh-zer viel gekennt/ die bis in ſechs oder ſiben hun-gert tauſend Gulden/ als wie unter andern Hꝛ.claus Obrechit/ welcher das Oberhaupt der1 ollandiſchen Schreibſtuben bey des zu Ilaam als Ormus und andern Orten in Per-lien von Annd 1635 bis auf 1640. getweſen/zuſammen gelegt haben. Die ſeine Freundwvaren/ und mil jhmme gehandlet hatten/ ber-mehnten/ er hatte uber fütifzehen tauſend to-trans, welche ſich bis in die ſechs hundert undgeungig tauſend Francken belauffen/ davonſobacht⸗ ohe was ihn bas Podagratm/ mit8 hchen er behaftet ware/ und andere Kranck-ellen/ welche viel eher von der Gemeinſchaftden Perſtan chen Bienen herſfeſfen als vonnet Mühe ſo man hat/ die Seiden einpacken108 tagen zalaſſen/ und zusehen ob ſie gleich/und ob nicht eine falſche Strange mit der gu-een vermiſchet ſeye/ gekoſtet hatten⸗ Obge-der Her? Obrechit konte viel verthun/ wei-zn der Getwinn groß/ aber wenig erlaubt/ undüer ehrlichen Leuten nicht zugelaſſen. Allefell Zucker⸗und andere Waaren der Ge-5 ſchafft werden in das gröſſe/ und gemein-bes duc mus oder Somron verkaufft und dasGeldet, ſch aährlich auff ſechhzehein Tonnen
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aul acdechnet/ thut unglerer Muner hundettTon eleig tauend Francken/ und die te99 3 Gold ein million neun hundert zwan-h kauſend Francken. Her? Obrechit verkauf-
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/ ein jede Tone zu hundert tauſendGul⸗ ſe
Jahr vor ſich achthig oder hundert kauſendGulden/ ſo die Perſtaniſche Kauffſeute meunter der Hand durch die Mackles anbietenlieſſen/ damit er die Waaren in geringermPreis zuverkauffen geſtattete. Aber er iſt nichtder Urheber dieſes Mittels ſich zu berkicherngeweſen/ andere haben es vor jhme gethan/ undnach jhme aber andere/ wie inſonderheit dieHerꝛen Conſtant und von Wüuck.
Uůber das iſt noch der Gewinn/ ſo dieſe Her-ben auf der Seiden tachen. Wahr iſt es/ daßdie Geſellſchafft ſeit etlichen Jahren die Sei-den auß Per ſien/ nicht ſo viel als vor dieſem ge-ſchehen/ ſchatzet/ weilen dieſelbe keinen ſo groſ-ſen Vertrieb in Japonien hak/ als ſie gehabthatle/ wann die Handlung/ wie in den Jah-ren 1636. und 1637. ware fortgeſetzet worden.Alle der Schreibſtuben Vorgeſetzke/ die demOhrechit naehgefolget/ hatten ſich/ ſo wohl alser bereichern koͤnnen; daim in dieſen obge-melten beyden Jahren iſt die Seiden in Ja-ponien theur geweſen/ maſſen die von Chinaund Tunquin mit den Holländern damahlsin Kriege von dieſen verhindert wurden in Ja-
ponſen zuhandlen/ und die Ohineſer und Tun.quineſer konten keine Seiden als von der Handder Holländern bekommen. Sie koſte was
ſie wolle/ konnen ſie deren nicht entbehren ſiechzubekleiden/ weilen ſie ſich keines anderen zeugzu jhrer Kleidung gebrauchen. Alſo dann daß
Herz Obrechit ſich in dieſen beyden Jahren
163 6. Und 163 7 bereichert. Dann an ſtatt
fünf oder ſechs hundert Ballen Seiden/ wel-
ches das tneiſte/ ſo ſte von dem König in Per-ſien empfangen/ hatte der General von Ba-tavia und ſein Raht jhme geſchrieben/ daßer ihnen/ es mochte gleich koſten was es woltezwey kauſend Paͤcke davon ſchicken ſolte. Ichhab in dem erſten Buch meiner Exxhlungenvon dem zwiſchen dem Konig in Perſten undHolländiſchen Geſellſchafft gemachten Ver-glich geredet; und hab zugleich Antegung ge-than/ von ber ſchlerhten Erfolg der Handel-ſchafft der Abgeſanten auß Hollſtein/ deſſender Bittſchafft⸗Sehreiber ſich ohne Zweiffel
in ſeiner Erzehlung/ ſo er außgehen laſſen/ niechk
gerühmet. Derdwegen und auß Beyſorgtdem Leſer nicht uͤberdruſſig zu ſeyn/ welde ich
mich diß orts keiner Widerholung bedienen -
3 denſelben allein erinneren/ daß die An-kunfft dieſer Geſandten/ ſo eine Forcht undVerdacht bey den Hollaͤndern erweckt/ U ſa-che geweſen/ daß dieſe den Preis der Seidendermaſſen geſteigert/ daß allen andern Völ-ckerſchafften der Luſt benommen worden/inkhrers darauff zu bieten: 8
Nachdein nun Obrechit auß Batavia Me-
fehl empfangen/ wen tauſend Packt Seiden/ zwischen den
ſie koſte gleich las ſie wolle/ zukauffen/ unddieſes ware die gantze Zahl/ ſo Perſien her-chieſſen konte/ lvie er Geiſt hatte/ und den Ge-vin über alles ſiebte/ alſo wußte er ſo ſchlck-
Holländern
und dein Kh-nige in Per-ſien wegender SeidenHandlung
lich init deten Armenieren und anderen Per⸗ Aabetraten
ſiſchen Handeleleuten umzugehen/ daßer die begehrte zwey tauſend Packe Saf en