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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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er je laͤnger je ſchwaͤcher wurde/ ſchick-

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nieder/ und that das Gebett ſo er mit groſſerAndacht anhoͤrete/ wie ich vermerckte da

te ich nach einem Jeſuiten welcher aberfür bißmahl nicht kam/ und entſchuldig-te ſich wegen der groſſen Hitze und des bo-ſen Wegs in deme die Pfer de damahls bißan den Bauch im Kothe gehen muſten/jedoch verſprach er auff den Abend ſich ein

zuſtellen/ in Hoffnung er wuͤrde den Krancken

den er troͤſten ſolte/ noch lebendig antreffen.Wie es aber das Anſehen hatte als durfte ernicht eine Stund mehr leben/ ſchickte ich dem

Pater meine Palanquin oder Senffte damit

er ferner keine Entſchuldigung fuͤrwendenkoͤnte/ und ließ ihn bitten er moͤchte ſich nichtſaumen ſintemahl die Sachen von groſſererConſequentz weren als er ſich nicht einbil-dete. Er erſchien endlich und hatte nur ſoviel Zeit ihme J oder 6 Worte zu ſagen dieich weil ich auß der Kammer gangen nichtgehoͤret/ und alßbald kam einer von meinenBedienten uud zeigte mir an daß er verſchie-den. Das Gluͤck wolte daß der Pater nochfuͤr ſeinem Ende ankam/ weil im Gegen-theil die MeſtifsChriſten und die Schwartzennicht wurden geſtattet haben daß maͤn ihnbegraben hette/ in Meinung er were unge-beichtet geſtorben/ und ein Lutheraner gewe-ſen/ wie ſie die Chriſten auß dem Occi-dentaliſchen Europa die der Roͤmiſchen Kir-

che nicht beyfallen zu nennen pflegen/ aber er

Herꝛ Taver⸗ 0

nier reiſetnach Surate.

wurde bey den Jeſuiten ehrlich begraben;die Kranckheit dieſes armen Geſellen verur-ſachte/ daß ich meine Reiſe 2 oder z Tage auff-chieben muſte.

Den folgenden Tag nach dem er begrabenworden/ begab ich mich auff die Reiſe/ damitich nur des Bebers Geſelſchafft entgehenmoͤchte/ aber er folgte mir bald nach/ und alsich deß andern Tages nahe bey einem Fluſſemeine Zelten auffrichten laſſen/ und ehen dieMittags Mahlzeit einnehmen wolte/ kam erdaher/ ich konte auch ſeiner biß nach Suratenicht ledig werden/ wir reiſeten mit einan-

der/ und er trieb tauſenderley Ungebuͤhr un-

terwegs/ ſonderlich zu Brampour an demfuͤrnehmſten Cherafs welches Banquireroder Wechßler ſind/ ich kan nicht unterlaſ-ſen dieſes mit Stillſchweigen zu uͤbergehen;weil wir an ein und auderm Orte ſehr boͤſenWeg hatten und eber nicht mehr als eineElende Kutſche hatte/ und ſeine 4 Baurenmit ihren Ochſen ihn nicht auß dem Schlamzu zihen wuſten/ kam er gemeiniglich zwo oder

3 Stund laͤngſamer ins Nachtlaͤger als ich.

Ich erbothe mich zwar ihme durch meineFuhr weiters zu helffen/ aber es war ihmnicht gelegen/ zu deme ſo wiſſen ſich diſe Leutauch gar fein zu entſchuldigen/ wenn man ſiezu etwas anders als darumb man mit ihnengebinget/ gebrauchen will. Ich will zwar garen 5 Leute ihme gerne

b wenn ihnen ſeine itnoch wereunbekand geweſen. et

ber zu Gnaden zu kommen und ſeine Gunſt

Bericht was in Indien und Perſien: Die Handlung

Auff das Geſchrey daß man Frantzsſiſche wer,

ß Schiffe auff der See geſehen/ und weil man welchen Be,

ſich gaͤntzlich einbildete Beber würde einer per 1 155von den fürnembſten bey der Compagvie blicke ffſeyn/ bemuͤheten ſich ihrer viel bey dem be.

lub NHandier e.Mich,

zu erlangen. Als wir nun zu Brampour an-kommen/ kam der Oberſte unter den Che-raffs mit etlichen ſeiner Leute unß zu bewill-kom̃en. Beber gab ihnen bald ſeine Meinungzu verſtehen/ und ſprach er hette einer Saͤnff-te vonnsthen daß er biß nach Surare kom-men koͤnte/ der Cheraf bothe ihm auß groſ-ſer Hoͤfflichkeit die ſeinige an und wol-te ſie ihme zu Ehren zierlich ſchmuͤckenlaſſen. Beber meinte diſes koͤnte in einemTage geſchehen dadoch hiezu 3 oder 4 von-noͤthen waren. Den folgenden Tagwurde mir die Kutſche angeſpannet undmeine Saͤnffte gebracht/ Beber der nichtanders meinete/ als daß die FrantzoͤſiſchenSchiffe albereit in der Reede zu SurateSouali genant/ ein gelauffen weren/ fing anzu ſchweren und uͤber den Cheraf zu flu-chen/ welcher eben dazu kam und ihn mitfreundlichen und hoͤffichen Worten zubeguͤttigen trachtete. Ihme anzeigendedaß er nichts verliehren wurde/ wenn erſchon noch einen oder andern Tag wartete/

in deſſen würden ſich die Wege beſſern und

alsden wuͤrde er noch einmahl ſo ſchleunigfort kommen koͤnnen. Aber Beber der vomZorn gaͤntzlich eingenommen/ wolte dieſe desCherafs Entſchuldigung keines Weges geltelaſſen/ riß derohalben einem Fuhrmann derfuͤr ihm ſtund einen Pruͤgel auß den Haͤn-den/ und gab auß groſſem Ubermuth demCheraf drey oder vier Streiche damit auden Ruͤcken. Die Kauffleut und anderedie ſich in der Carvanſerie befanden/ wur/den uͤber diſer That nicht wenig beſtuͤrtzt/und leffen herzu der eine mit Steinen derandere mit Bruͤgeln/ ſie machten eingroſſes Geſchrey/ und ſagten daß derglei-chen Ubermuth niemahls geſehen wor bel Habu 5Gie gaben fur es ſey eine grauſame Übel

Ja

Geſchthat/ einen Hberſten der Cherafs dazu el, ben.ne Perſohn die bereits 80 Jahr alt wanwelche man viel mehr ehren ſolte/ miSchlagen zu tractiren. Wir wollen schrienſie diſen unglaubigen Hund herauß ha 5und zum Konig fuhren/ damit demſelben 5 5verdienter Lohn gegeben werde. Des 1beſtes Glücke bey diſer verwegenen That he,daß ich zu Brampour wohl bekand war ſe,temahl ich gehen oder 12 mahl daſelbſt gere,ſen/ und in die zoo fRoupies werth 11handelt hatte /es waren wenig Cherate uffdenen ich nicht gewechſelt/ und wenig Veneleut und Mackler die mir nicht etwas henezu gefallen gethan. Sie ſprachen/ mich menende/ ſehet da dieſen Curopeer meanwir ſo viel zu thun gehabt! wier fesnicht über ihn klagen und haben eiche keWort von ihme gehoret, zu allem waren