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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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Ihre taͤgliche

Sorge andere

reich gethan nicht gnugſam zu verwundernſey/ und was ſie in diſem letzteren Krige/ indem ſie alle Europeiſche Fürſten in ihre

Handel zu verleiten/ und die bequeme Zeit

ſolche zu ſchlichten und ihres erlittenen Scha-dens ſich wider zu erholen gewuſt fuͤr Klug-heit erwiſen. Nichts deſto weniger aber kanauch niemand leugnen/ daß die groſſe Be-girde des Gewinns welche diſe Voͤlcker mitſich auff die Welt bringen offters verurſa-chet/ daß ſie in die groͤſte Unthaten gefallen/ja daß der Neid ſie ſo weit getrieben/ daß ſietaͤglich trachten und nichts mehr verlangen

als andere Nationen von dem Handel gantz

Nationen zu und gar auß zuſchluͤſſen daß ſie auch ihre ei-

un terdruͤcken.

ſchuldigen wird/ daß ich unrechtmaͤſſigen

gene Wohlfahrt und Freyheit in die Schan-tze zu ſchlagen kein bedencken gehabt/ da ſiedoch vielmehr hetten erwegen ſollen/ daßHandel und Wandel niemanden verbot-ten/ ſondern allen den jenigen die dazu ihreKrafſte anwenden wollen/ frey ſtehe/ unddaß kein Geſetze ſey welches zugebe daß einſtaͤrckerer Macht habe/ andere zuvertreibenund zu ihrem beſten hinderlich zu ſeyn. Wasmich ſelbſten anbelanget ſo habe ich jederzeitdafur gehalten/ daß Gerechtigkeit und Treueeines Kauffmanns Eigenthumb und füͤr-nembſte Gabe ſeyn ſolle/ kan mich auch

rühmen daß ich dieſe Meinung niemals uͤbel

befunden/ und weiß daß mich niemand be-

Gewinn genommen jemanden in dem Kauffgefallen/ viel weniger durch unbilliche Mit-tel meinen Stand zu verbeſſern getrachtet.Ein gutter Ruhm und Nahm in dem gan-

zen Orient iſt dafur meine Belohnung ge-

weſen/ den der gantze Grund/ etwas zu er-werben beſtehet darauff das man den eigenNutz hintan ſetze/ und daß man wiſſe ſelb-ſten zu gelegener Zeit ſich dem Schaden undVerluſt zu unterwerffen. Ich habe jeder-zeit mein Vermoͤgen fur nichts geachtetwenn ich entweder zum beſten des Chriſtli-chen Nahmens oder zur Ehre Franckreichs

ja zu meinem eigenen Ruhm etwas anzu-

wenden Gelegenheit gehabt/ und mich vielmehr einen Verſchwender als Geitzigen diſes

fals anklagen laſſen/ und obſchon die jenigen

die mit mir intereſſiret geweſen den Nutzen

meiner Freygebigkeit ebenfals genoſſen/ ſo

Des AutkorisVorhaben.

habe jch doch keinem deßwegen etwas an

Rechnung geſetzet. Diß iſt das Mittel ge

weſen daß mir aller Fuͤrſten Hoffe offengeſtanden/ und daß ich bey allen den jeni-gen welche ſich in die Handlung miſchen einguttes Vertrauen erlanget/ ob wohl da-durch meinem Vermoͤgen ein mercklichesentgangen/ ſo kan ich doch bezeugen daß ichſo wohl den Chriſten als meinen Landsleu-ten niemals ſchimpfflich geweſen/ ich kandem Höchste nicht gnugſam dancken/ daß icheinen guten Nahmen erworben/ und ſchatzedenselben viel hoher als alles Gold und Per-len welche Indien jemahls hervor gebracht/

dieſes aber hat der meiſte Theil der Hollan-

Hiſtori vom Verhalten der Hollander in Aſien.

diſchen Kaufflzute und Officirer unterlaſſen/und weil ich mit meinen Augen Zeuge ſeynkoͤnnen(innerhalb 40. Jahren bie ich in Aliazugebracht) was ich hiervon geſchrieben/ ſowil ich auch nichts vorbringen als was mitder Wahrheit volckommen überein kommet/viel weniger etwas anfuͤhren daß ich nichtentweder mit eigenen Augen geſehen odervon vertraulichen Leuten welche die Sachezu verfaͤlſchen keinen Genuß erwartet erfah-ren habe. Im ubrigen ſol ſich auch meineFeder an den Ständen ihres gemeinenWeſens welche ich auffs hoͤchſte ehre nie-mals vergreiffen/ ſondern bloß die jenigen

beſtraffen/ deren unzaͤhlbare mir erwieſeneUubilligkeiten ich keines weges zu verſchonen

Urſach habe. 5

Die Erzehlung aber wie die Hollander in

Indien einen feſten Fuß geſetzet dienet nicht

zu meinem Vorhaben/ weilen zich hierinnenallzu weitleufftig ſeyn wuͤrde/ ſondern ich

will eintzig und allein vorſtellen wie ſie ſich

zur Zeit meiner Reiſen verhalten haben/ undzweiffele keines weges ich werde ihrer hoch-berumbten Han dels, Compagnie keinen un-angenehmen Dienſt thun/ ſintemal ich vielzu entdecken gedencke dadon ſie entwedergaͤntzlich nichts weiß oder welches ihr doch

nicht außfuͤhrlich genug bekand iſt. Ichhabe es meiſtentheils auß dem Munde derfuͤrnembſten der Contor die man ſonſt Com -

mendanten nennet erfahren/ deren unter-

ſchiedliche in Perſien und Indien ſind/ bey

denen ich mich offters befunden/ und dan-nenhero all ihr Thun und Laſſen mir leichtlichbekand machen konnen. 5Es iſt zur gnuͤge bekand daß die India-niſche Compagnie in Holland auß 6. Kam-mern beſtehe/ diſen 6. Kammern ſind 16.Rathsheren oder Oberauffſeher vorgeſetzt/

welche 17. Stimmen haben/ ſintemal der

Præſident derſelben zwey hat. Amſterdammachet die helſſte der Compagnie/ Middel-bourg macht ein viertheil/ Roterdam/ Delfft/

Enckuiſen und Horn das andere viertheil

oder beſſer zu ſagen ein 16. Theil. Diſe Welt-beruͤmte Compagnie meine ich welche denſchroͤcklichen und unertraͤglichen Miß brauchder ihrigen zu ihrem Schimpff und groͤſtenNachtheil/ verträget oder auffs wenigſtenicht achtet/ und alle mogliche Mittel diſemUbel zu ſteuren in den Wind ſchlaget. E

darff niemand zweiffeln daß diſe Nachlaßig-keit eine Urſach und augenſcheinliche Zuͤch-

tigung geweſen/ der aan en 1 51 der

Unbilligkeiten die ſie ungeſtrafft gelaſſen

Geſch

el-00n bel

unge landHeli

daß ſie der Inſel Formoſa an welcher ihnen ſchen

ſehr viel gelegen verluſtig werden mu

von welcher Zeitan ihre Herꝛlichkeit vergrin,

gert worden. Denn nach dem die ChineſerFunquiner Cochinchiteſer und andeVoͤlcker deren Lander Seide herfür ſbring,eben ſo wohl als die Japoneſer die Auge

auffgethan/ und geſehen daß die Hollander

ſten/ undallenthalben allein Meiſter ſeyn wo Fenſel-

ſſen page

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