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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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8 Hiſtort vom Verhalten

men ſie in J. oder 6. Tagen nicht wider zu-ſammen: Und in deſſen gehen 2. oder 3.gut-te Freunde mit einander auff die Jagt/ oderin einen garten ſpatzieren/ damit die Duͤnſtedie durch vieles Eſſen und trincken welchesoffters 12. oder 17. Stunden wehret/ und angeſundheit trincken nie mahl gefeyret wird/wieder zertheilen mogen. Der Urſprung vonwelchem diſe Dünſte kommen entſtehet auß

dem vielerley Weine/ den bey ſolchen Gaſte-

reyen/ werden allezeit 3. oder virerley artenaufgetragen/ und zweierley Bier das ande-re getrancke ungerechnet/ unter welchenauch das Sagque iſt/ welches in Iapon mitKorn zugerichtet wird/ und das man fuͤrSpaniſchen Wein trincken koͤnte. Manhat auch durch gantz Indien den PalmenWein/ und wenn man ihn trincket ſo baldtr vom Baume kombt/ ſo wurde man ihn fürCondrier Wein halten. Es mangelt end lich inAſien keines fmen wenn man kein Geld hat. Alß ich auffmeiner letſten Reiſe zu Daca der letſtenStadt in Bengale war/ und die Hollan-der/ etliche Engellander die alda in des Fuͤr-ſten dinſten ſind weil die Engliſche Compa-gnie daſelbſt keine Handlung treibet wie auch

etliche Portugieſen die daſelbſt wohnen/ weilſie mich auch zu Gaſte gebehten hatten trae-

tirte/ ſo liß ich ihnen Sechſerkey Wein für-

tragen/ dreyerley Frandoſiſchen/ nemlich vonMante, Bordeau, und Rheims, hernach auchSpanniſchen/ Nheiniſchen und SchirasWein diſes habe ich nur ſagen wollen/ daßman ſich nicht wun dern darff das bey ſo oielerley geträncke die Dunſte in den Kopff ſtei-

gen/ und ſonderlich wenn das Sorbet undandre erffſſchende Tuncken da zu kommen.

Die Moſtowiten gebrauchen bey ſolcher ge-legenheit gantz widrige Mittel. Ich habe

mich 4. mahl am Perſiſchen Hoffe befunden/da ſie den unterſchiedliche mahl Gaſtereyengehalten/ und eins mahls wurden alle Eu-ropeer dazu eingeladen/ als man von 8. Uhrdeß Morgens bis umb Mitternacht an der

Taÿfel geſeſſen/ ſo brachten ſie Brandtewein

herfür/ welcher z. mahl gebrent worden/ undden ſie auß ihrem Lande gebracht die Com-pagnie weil ſie zu viel gekruncken wider zu er-quicken. Sie liſſen viel Flaschen herbringen/und fuͤlten damit groſſe Schalen voll/ dereneine ein maß und die andere eine Chopine hil-te/ hernach thaten ſie einen Loͤffel vol geſtoſ-ſenen Pfeffer hine in/ und trunckens auff ein-mahl auß/ ſagende es were nichts beſſers daßauff den Trunck ſo binlich ſey/ als wenn man2, oder 3. ſolche Schluͤcke zu ſich nehme.Sie haben eine uble gewohnheit an ihnen,das ſie mit aller Macht haben wollen/ dieCompagnie ſollegleich fals diſch ihnen nach-thun. Ich erinnere mich das bey der leiſterenGaſterey bey welcher ich war/ ſie die Fremb,den verbindlich machten erſtlich des Königsin Perſien/ nachmals des Koͤnigs von En-gelland/ und des Groß Herzogs von Mo-

1 1 I. Theil.

gs an getraͤncke auß genom-

der Hollaͤnder in Aſien. 39ſeau/ wie auch der Staaden/ und des Prin-ktzen von Oranens Geſundheit zu trincken.Als dis umb 9. Uhr des abends geſchahe ſomachten ſich alle Franzoſen und Italiener da-von/ und hilte niemand als die Engellanderund Holländer Stand Allein ſie Kühltenſich dermaſſen mit dem Brandtewein das g,Engellaͤnder/ und 3. Hollander wegen diſesExceſſes/ in weniger alß 3. Tagen ſterbenmuſten/ und ich glaube ſie e igangen wenn man ihnen nicht eine groſſemenge Milch zu trincken gegeben. Den manſahe das etlichen ein Dunſt dem Feurgleichauß dem Munde ging.Laſt und aber wider zum Herzn Conſtantkommen/ welchen Her: Bartholomeus derHolländischen Compagnie Dolmelſch gleich-fals nebſt den für nembſten der Wohnunghrackiren wolte/ und auch den EngliſchenAgenten nebſt den uͤbrigen die in ſeinem Hau-ſe wahren/ und alle Franzoſen/ wie auchdie Auguſtiner Moͤnche! den die andernGeiſtlichen eſſen nicht auſſer halb: des Hau-ſes/ dazu gebethen hatte. Diſes Gaſt-wahl ſolte 4. Tage werden/ des andernTages aber wurde ſolches zerſtoͤret/ durcheine Zänckerey die bey dem Geſundhelittrincken/ welches gemeiniglich mit groſ-

ſen Glaͤſern geſchihet erreget wurde. Der ungeſchickteEngliſche Agent beklagte ſich wider den Zaͤnckere e

Hollandiſchen Preſibenten/ daß man ihm nes H

da j mi N f die zuge⸗ diſchdas Glaß mit welchem er auff die zuge⸗ Engelluol.

brachte Geſundheit hätte Beſcheid thun ſchſollen nicht recht volckommen gemacht/ al⸗ denten,ſo das es von worten zu den Fauſtenkam. Man brachte ſie alß bald von eienander und die Compagnie machte ſichgleichfals davon. Der Preſident kon-te den Wein beſſer vertragen alß der A-

gent welcher gantz und gar von dem ſel-ben ein genomen war/ man konte al-

hier nichts anders thun als ihn in ſeine Woh -nung führen/ und ſchlaffen legen, Der

Preſident war noch bey guttem Verſtansde/ und alß er auch nach Hauſe kanließ er ihn fordern/ das er des andern

Tages auff einem gewiſſen Platze den er 25 2ihme benachmte auß er halb der Stadt

erſcheinen ſolle. Der Preſident unterließ nicht mit 2. Piſtolen gantz allein da-hin zu gehen/ er konte aber den Agen-ten nicht antreffen. Ich glaube nicht das

dies auß Furcht esche den er war en

beſſerer Soldat alß der andere/ und hat-te einen Theil ſeines Lebens in dem Teut-ſchen Krige zugebracht war auch Ca-pitain über ein Regiment zu Fuß undhernach auch über die Reuterey geweſen.Das er ſich aber auff dem Kampffplaznicht eingeſtellet war die Uhrſach das manihme den Brieft nicht gezeiget/ viel we-niger ein gehändiget/ weil er ſich noch nichtſtellen konte/ ſintemal er den Kopfſvo[ Wanhatte. Wenn man die Sache beim Lichten beſiher/ ſo war es noch ein glücke für den Prelle dihten/