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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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144und die Decken und Matrazen die einemiglichen damit er drauff ruhen kan in Hol-land von der Compagnie gegeben werden/welche man gemeiniglich auch zu lande brin-gen laͤſt/ die Zeit über weil man da iſt dar-auff zu ruhen. Die 3. Edelleute waren un-ter dem letſten Hauffen/ und ſahen daß ſievon allen Sachen entbloͤſt waren/ ergriffenderohalben den Anſchlag die 10. Tage uͤberweil die andern auff dem Land waren/ alleswaß ſie von Zien finden koͤnten/ weg zu ſteh-len/ und ſie verſteckten es in ihre Matratzendamit ſie es deſto beſſer fort bringen mochten.Alß ſie ans Land kamen wagten ſie ſich einesmäͤhls umb Mitternacht durch zu gehen/allein die Eigenſchafft des Landes in welchemnichts alß Wuͤſteneyen/ war ihnen ganz un-bekand. Sie meinten ſie wuͤrden gar wohlbey den Schwarzen leben koͤnnen/ wenn ſieihnen Zinn geben und 10. oder 12. Meilen

ins Land hinein kommen wurden/ biß etwan

ein Engellaͤndiſches oder PortugieſiſchesSchiff an dem Vorgebirge ankame/ mitwelchem ſie wider in Europa kehren koͤnten.Und ob ſie ſchon eine Wohnung gefundenhaͤtten darinnen zu bleiben/ ſo wuͤrde ihnendoch die Zeit bey ſolchen Wilden Menſchenwie die Caffres ſind ziemlich verdruͤslichworden ſein/ den ſie eſſen alles ungekocht esſiey gleich Speiſe oder Fiſche wie ich in mei-hem Indianiſchen Reiſe Beſchreibungen/weit laufftig angezeigt. 5

Stoey Tage gingen vor bey das man diſe

Neue nicht ſahe/ endlich zeigte ſolches ein

Gorporal dem Schiffs Capitain an/ welcherals bald 12. Maͤnner ſo wohl Soldaten alßBootsknechte nebſt einet gutten anzahl derWilden die die Beſchaffenheit des Landesmuſten auß ſandte/ und verſuchen ließ ob ſiezu finden weren. Sie waren nicht gar weitgangen/ und wurden 3. oder 4. Meilen vonder Reede fuͤr durſt halb todt gefunden/ denBiſquit hatten ſie noch uͤbrig. Sie wurdennach dem Schiffe gefuͤhret alwo ihnen derCapitain und die Officirer alß bald den Pro-kes machten/ und ſie verurtheilten daß ſie alle3. an die Segel Stange ſolten gehenckt wer-

den. Das Urtheil ward auch alßbald durchdie Schwartzen volfuͤhret/ und wenn man

ſich derſelben nicht an ſtat der Hencker ge-brauchen koͤnnen/ ſo haͤtte man ſie in einenSack gethan/ denſelben wohl verbunden/und ſie damit ins Meer geworffen/ welchesdie gemeine Straffe uͤber die jenigen die un-terwegs den Todt verſchuldet haben Als derHerr Van Dyme diſes erfuͤhr/ wurde ernicht wenig beſtuͤrtzt und unwillig daruber/Alein es war alle Hülffe verlohren/ und diſe hernach in Holland viel geſchrey

Das, apitel nBoe Thaten/ und abſcheuliche

Hiſtori vom Verhalten der Hollaͤnder in Aen.

und uner hoͤrte Grauſamkeiten/ e-licher Hollander an unter ſchiedli-chen Orten. 1 77

2 Ls der Capitain Roſſe/ deſſen ich zuvorim 6. Capittel gedacht/ den unglüͤckſee-ligen Todt ſeiner Frauen mit Schmertzenſehen muͤſſen/ welcher bloß auß einer Gottlo-ſen nachlaͤſſigkeit/ 2. er Wundaͤrtzte die ihrArſenicum vor Cremor Tartari gegeben/ ver-uhrſachet wurden/ muſte er noch daruͤber mithoͤchſten wider willen vernehmen daß den 2.Wundaͤrtzen ob ſie ſchon rechtmaſſig zumStrick verdammet wurden/ durch Vorbittzweer maͤchtigen Frauen zu Battavia Gnadeerzeiget wurde/ und ihre Straffe in die Ver-

bannung verandert wurde. Man ſandte ſie

auff die Moritz Inſel/ daß ſie daſelbſten Le-

bens laug verbleiben/ und mit den Sclaven

daß Eben holz hauen ſolten/ wie ich deſſenim 6. ten Capittel gedacht. Wal ich aberanitzo von diſer Inſel Meldung thue/ ſo kanich nicht unangezeiget laſſen/ daß man ohngefahr umb ſelbige Zeit ein Stuͤck grauenAmber gefunden/ der gleichen man niemalsgeſehen und villeicht auch niemals ſehen wird.Daß Meer hatte es ans Uffer geworfen undes wog 42. pfund daß pfund zu 16. Onzengerechnet. Man hatte an vortreffligkeit dergleichen noch nie geſehen/ aber daß gluͤcke daßman ein ſo koͤſtliches Stuͤck gefunden/ wareine Uhrſache eines groſſen Ungluͤcks welchesden der in diſer Inſer commendiret betroffen.

Den als man das Stuͤcke funden/ ſchien es

ziemlich groß zu ſein/ und hatte hernach daßanſehn alß ſey etwaß herunter gebrochenworden. Weil nun ein jeder unter ſeinenFeinden dem General zuſchrieb/ diſes ſtuͤckeſey noch ein mahl ſo groß geweſen. So balder diſen Brieff empfing liß er den Commen-

danten hohlen/ verſtieß ihn von ſeinemAmbiteeob er ſchon keine gnugſame beweiſthümer

hatte/ ſondern es war ſchon genug das er

nicht des Generals Freund war. Und weil

er von gar guttem Geſchlechte auß Seelandwar/ ſo wolte er nicht einmahl für dem Ra-the zu Battavia er ſcheinen und alſo wurde erwider in ſein Land geſchicket. Wir reiſetenmit einander auff meiner rückreiſe von Batta-via nach Holland/ und ich hatte gutte ver-gnuͤgung an ſeiner geſelſchafft. 7550Damit wir aber wider zum CapitainRoſſe kommen/ ſo muß man wiſſen das detGeneral und ſeine Räthe eine Flotte nachSurate ſenden und ihn daruber zum Admiremachen wolten/ alwo er auch gar glücklichanlangte. Und weil es in gantz Indien ein

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Orth iſt wo am meiſten Handlung getriben ragen.

wird/ und wo die Compagnie eines von denFuͤrnembſten Contorn hat/ bey welchem off-ters gutte Diamanten zu Kaufe gehen/ ſomeinte der Capitain Roſſe welcher für ſichſelbſt in die 60. tauſend Thaler bey ſich hat-

te/ er wüurbe am beſten thun wenn er diſesGold

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