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Beschreibung der sechs Reisen, welche Johan Baptista Tavernier ... in Türckey, Persien und Indien innerhalb viertzig Jahren durch alle Wege die man nach diesen Länderen nehmen kan verrichtet : worinnen unterschiedliche Anmerckungen von der Beschaffenheit der Religion, Regierung, Gebräuchen und Handlungen jeglichen Landes enthalten samt den Figuren, Gewichten und dem Mass der Müntzen, welche in diesen Länderen gangbar sind ...
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77
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in Perſien Kroͤnung.

iſt ein Mann/ der an Wiſſenſchaft der Spra-chen/ ſeines gleichen nicht hatz dañ nachſt deme/daß er die jenige welche heutiges Tages in Ori-ent am gebrauchlichſten ſind/ vollfomlich ver-ſtehet/ ſo kan er das Griechiſche nach de Buch-ſtaben/ ind wie es ins gemein geredt wird/ Sy-riſch/ und Hebreiſch..

Solchem nach hatte man ſchwarlich zweenküchtigere Maier zu Außlegung dieſes Schrei-bens finden konnen: nichts deſto weniger ſokunten ſie nichts außrichten. Es waren/ wieſie ſagten/ Griechiſche Buchſtaben/ welchemehrentheils mit andern unbekandten/ derenetliche mit den Syriſchen uberein kamen/ un-

dermiſchet worden. Sie laſſen zwar hin und

her etliche Worte/ weil dieſelbe aber nicht an-einander hiengen/ ſo durften ſie nicht für gewißſagen/ daß ſie dieſelbe recht geleſen hatten: undmuſten alſo dem oberſten Staats⸗Miniſterdieſes Schreiben wieder zu ruck ſchicken/ de-me der P. Capuciner ſagen laſſen/ daß es eineRuſſiſch⸗Coſackiſche Schrift ſeye/ die mannicht außlegen konne..

Dannenhero war man gezwungen/ dieſen

Deputierten das jenige/ was fie Mundlich ſag-ten/ zu glauben/ welches jederzeit mit dem je-nigen/ was ſie anfanglich geſagt/ einerley ge-

weſt iſt. Der obriſte Staats Miniſter gab jh-

nen hierauf zur Antwort: Wann euer Vor-

Antwort ſo 1e, 1 ihr komt dihnen gege he geben wahr iſt/ und daß jhr kommen ſeyd/ae unſere Gute zu ſeyn/ und euch an Se.

Maj. als Sclaven zu ergeben/ warumſeyd jhr dann mit dem Schwerdt in Per-ſien gefallen? Warum habt jhr unſereUnderthanen nidergehauen/ unſere Staͤd-

te verwuͤſtet/ und unſere Lander beraubet?

Dieſe Coſacken wendeten dargegen zurEntſchuldigung ein/ ſie waren hierzu gezwun-gen worden: dann als ſie mit guten WortenLebens⸗Mittel um jhr Geld begehret/ hatten

die In wohner der Stadt deß Gaſtrechts/ und

77len und flůchlige waͤren/ und keinemMen-ſchen weder Treu noch Glauben hielten/

weil ſie dieſelbe gegen ihrem natuͤrlichenFüͤrſten nicht in acht genommen; dannen-hero haͤtte er ſeine Volcker zu ſamen gezo-gen/ ſie wieder zum Gehorſam zu bringen.Ob nun aber wol dieſer Fürſt die Perſianer

waren ſie doch der gantzichen Meynung/ daßman ihm eben ſo wenig trauen ſolte/ weil man

an dieſem Hof jederzeit dafür gehalten/ daß er

mit dieſen Raubern heimlich under der Decke

lige. Es war auch die Urſach/ worauf ſie jhre

Meynung gründeten/ gantz ſcheinbar: dann

wie ſolte es moͤglich ſeyn/ ſagten? olitiſche Leu-

te/ daß funff oder ſechs tauſend Flüchtige/ mitviertzig Schiffen/ und vier und zwantzig Stu-

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ermahnete/ dieſen Coſacken nicht zu krauen/ ſo

eken Geſchutz/ und mit allerhand Kriegs und

Mund⸗Proviſion verſehen/ in ein Land kom-

men/ und ſtracks e ſo übel darinnenhauſen ſolten wann ſie nicht von dem Groß-Fuürſten auß der Moſeau ſelbſt hinein geſchicktworden/ damit er ſich wegen der Verſchimpf-fung/ welche ſeiner Einbildung nach/ ſeinenAbgeſandten begegnet/ rächen moͤchte.Gleich wie aber deß Groß⸗FJuͤrſten außder Moſcau Abgeſchickten an dem Perſiani-

ſchen Hofe kein Glauben gegeben wurde alſo

kunte auch deß Pacha von Bas. ra für ſeinenHeren nichts außrichten. Es iſt droben erwaͤh-

net worden/ welcher geſtalt dieſer Pacha im ver-

wichenen Jahr mit dencdeneralen der Ottoma-niſchen Armee einen Vergleich getroffen/ und

die Ratiſcation darüber zu erhalten geſandt.

Als er nun daſelbſt angelangt/ gaben jhm die

Miniſtri der Porten zur Antwort Es hatteſich der General der Armee mit dem Pacha vonBas: ra ohne jhren Befelch in dieſen Trackateingelaſſen/ und konten ſie ſich hierzu nicht ver-ſtehen/ ſonder es muſte dieſer Platz ſchlechter

ſeinen Tochtermann nach Conſtantinopel/

5 Millendens/ ſo man mit den Außlandern haben Dings dem Groß⸗Turcken zu Handen gelie-ſoll vergeſſen/ und ſie mit Gewalt überfallen/ fert werden. Hierauf botten ſie deß Pachaund wäxen gar übel nut Ihnen umgegangen: Tochtermann an/ wann er zu Eroberung die⸗ Verährererndannenhero wurde die Noht/ ſich zu beſchutzen/ ſes Platzes helffen wolte/ jhn zum Stathalter/ Ndie Coſacken entſchuldigen/ wann ſie mit den oder Pacha darüber zu machen, und wuſten termann.Waffen geſucht/ was ſie mit Bitten nicht er⸗ eum ſo gute Worte zugeben/ daß er endlichhalten konnen. darein bewilliget/ und verſprochen/ ſie zu Her-dach atlawel man mie dieſen Abgeordneten ren daruber zu machen. Dieſe Mimſtriſchick-5 uſco⸗ 71ia ktpn O0 ö Ji.mier ſchicr alſo handelte/ kame ein Abgeſer kigter von Or ten folgends den Türckiſchen Generalen/ welcheden. 15 rous, das iſt/ dem Groß⸗Fürſten auß der im vorigen Jahr Ordre gehabt/ ins Feld zumöneten in Noſcau,(ich bin der Meynung⸗ daß die Per⸗ ziehen/ einen Befel zu/ Bas. ra zu belagern/ undVerſen. ſianer ſeinen Landern von wegen Reuſſen/ deſ⸗ gaben dem zu Vabilonien einen harten Ver-en Theil ſie ſind/ dieſen Namen geben) wel weis/ daß er mit dieſer Sache ſo ſchlafferig um-cher von ſeinem Herren an den Konig in Per⸗ gegangenz und daß dieſer Vergleich dem Reiſten Schreiben brachte/ dieſes Inhalts: nach⸗ zu Schimpf und Schaden gereichte: Soltedeim er vernonten daß eine Anzahl Coſa⸗ derowegen diesen Fehler wieder erſezenevecken/ ſeine Underthanen/ Ihr Land verlaſ⸗ wegen man jhn von neuem zum General beſta-ben deß Vorhabens ſich ſeines Gehor⸗ dera dieſem Veding/ die Stadt enwe-

8 ſich mit der Flucht der mit Gewalt einzunemmen/ oder zu machen/ iſams zu entziehen/ und ſich mit der Flucht daß ſie ſich gutwillig ere 5 5 i ie ſic gergebe/ und wann er die-

1 aeg ersten zübezeugeſowolleer Se Maß, felbein ſenemeewalt hatt den Eliahis Pach,3 gebetten haben/ dieſelbe nicht anzunem̃en/ deß jenigen/ der es res 0 1553. 5 o jetzo ware Tochtermañ zumnoch ſbrem Vorgeben einigen Glauben zu⸗ Stathalter darüber zumachen.zn ſtellen/ in Betrachtung/ daß ſie Rebel⸗ Nachdem 1 Pacha von Bas-ra dieſe

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Kroͤmung Solim.

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