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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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bei der Bildung und dem Wachsen der Pflanzen zeigensich ähnliche Erscheinungen.

Es ergicbt sich daraus, daß diese Kraft nicht nachallen Richtungen mit gleicher Starke wirken kann. Daaus der Wasscrkugcl beim Gefrieren eine niedrige sechs-seitige Säule oder Tafel, der sogenannte Schneestern,entsteht; so sind es in diesem Falle besonders sechs Rich-tungen (die, welche durch die Ecken der Tafel gehen),nach welchen das Wasser am meisten ausgedehnt wird. Beiläufig zu erwähnen, müßte sich das specifischeGewicht des Eises durch Rechnung finden lassen, wenndie Dicke des Schneesterns (die vertikale Achse desselben)bekannt wäre. Denn der geometrische Inhalt der Ku-gel müßte sich zu dem geometrischen Inhalte der um dieKugel beschriebenen sechsseitigen Säule mit der bis jetztnoch unbekannten Höhe, verhalten, wie das Gewichtdes Eises, zu dem des Wassers.

So wie bei der Gestaltung die Kraft nicht nachallen Richtungen mit gleicher Stärke nach Außen wirkt,so ist es auch innerhalb der Form nicht der Fall.Auch hier wirkt die Kraft des Zusammenhalts,oder die Anziehung nach den verschiedenen Richtun-gen verschieden, woher es denn kommt, daß die Massenach gewissen Richtungen leichter zu trennen ist, alsnach andern. Da dieser Zusammenhang sich nach reingeometrischen Verhältnissen äußert, so muß auch das inder Trennung Entstehende, die Bruchstücke, durch eingeometrisches Verhältniß bestimmt sein, und so gestal-tet es sich dann in der Regel als ein durch ebeneFlächen begrenzter Körper. Hierdurch entsteht das,was man bei den Krystallen und krystallinischen Kör-