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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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hervorgeht, eine Kugel bilden, deren Mittelpunkt derSchwere, wenn sie unter diesen Umstanden Schwere ha-ben könnte, mit dem Mittelpunkte der Kugel zusammenfallen würde. So lange dies der Fall ist, wird Gleich-gewicht da sein. Sobald aber irgend eine Ursach dieLage des Schwerpunkts ändert, wird das Gleichgewichtaufgehoben, und die Gestalt, oder auch der Ort desTropfens geändert werden.

Es stelle Fig. 1 eine Wasserkugel vor, die einzigihren eigenen Anziehungskräften überlassen sei. Mandenke sich die Wasserkugel in gleiche Theile getheilt.Alsdann zieht der Theil a den Theil b an, und derTheil b mit gleicher Kraft, als er gezogen wird, denTheil », so daß also Gleichgewicht eintritt. Dasselbe istmit c und ä der Fall, welche einander ebenfalls mitgleicher Kraft anziehen. Eben so zieht a -j- b wiederc-s-ä an, und umgekehrt, weshalb denn, da dies nachallen Seiten hin mit gleicher Kraft geschieht, der Trop-fen in diesem Falle ohne Bewegung bleibt, und nnge-ändert als Kugel fortbestehen kann.

Nun wollen wir uns aber nach der Richtung dergezogenen Linie Iie eine Kraft denken, welche in dieserRichtung, und von der Gegend von e her, Anziehungauf den Tropfen äußert. Jetzt wird der Theil a auchnoch den Theil d anziehen, aber nicht mit derselben,sondern mit einer großem Kraft, als es von d angezo-gen wird. Denn soll b den Theil a anziehen, so mußes a nach der Richtung von d hinziehen, d. h. seineKraft muß sich von a nach b hin äußern. Das ist ge-rade in der entgegengesetzten Richtung, als die Anzie-hung, welche von e her wirkt, sich äußert. Diese Zug-