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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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indem sie seit mehreren Tausend Jahren kaum einenhalben Grad betragen habe, (um so viel hat sich näm.lich die Schiefe der Ekliptik geändert); daß es alsonur die Wirkung gehabt hätte, als ob alle europäischenund die benachbarten Länder um einen halben Gradnach Norden gerückt wären, ein halber Grad mehr oderweniger aber nicht in Betracht komme; so erwiedern wirdarauf: daß, wenn ein halber Grad so unbeträchtlichwäre, auch zwei und mehrere halbe Grade keine Berück-sichtigung verdienen könnten, und man auf diese Weiseleicht beweisen würde, daß das Klima des Nordpols nichtmerklich von dem der tropischen Zone abweichen könnte,da die benachbarten halben Grade fast keine Verschie-denheit zeigten. Der geopraphische Botaniker wird übri-gens schwerlich diesen Einwand machen. In jedem Fallerückt doch die nördlichste Grenze einer Pflanzenregionbei einer Aenderung der Achse von einem halben Gradeum Meilen südlicher.

Außerdem aber kann zu dieser geänderten Tempe-ratur auch wohl das mitgewirkt haben, daß die, durchdie letzten Niederschlüge hervorgebrachte Temperatur derErde und des Gewässers sich nach und nach vermin-dert, indem sie sich der Atmosphäre mittheilt, wo siesich ins Unbegrenzte verlieren muß. Es würde diesganz folgerecht aus unserer Theorie hervorgehen, und indie Reihe der vorhergegangenen Erscheinungen passen, dain jeder Epoche diese Abkühlung eingetreten sein muß, wiewir es auch angenommen haben, und die jetzige Aende-rung der Temperatur würde die vorherigen bestätigen.

So wie wir die jetzt noch fortdauernde Aenderungder Erdachse angenommen haben, muß sie als eine Fort-