134
Erde nicht im Stande ist, die Lage wie in Fig. 12 an-zunehmen, wohl aber vermittelst der Fluth einem kleinenTheile nach dies bewerkstelligt; da außerdem in dieserStellung der Erde der lange Theil der Achse dem an-ziehenden Körper zugekehrt ist; so wird auch der Schwer-punkt der Erde nicht mehr genau der vorige sein, unddaher während einer Umdrehung eine Schwankung ma-chen, die jedoch im Verhältnisse zu der bei der langsa-men Drehung um so geringer sein wird, je schneller dieDrehung ist, oder je weniger sich das Wasser nach dhinziehen kann.
Da sich nun das Loth jedesmal nach dem Schwer-punkte richtet, so muß es auch während einer Umdre-hung, oder innerhalb 24 Stunden, eine kleine pendel-artige Schwingung machen, die am größten ist, wennMond und Sonne in der Zusammenkunft stehen, dadiese Schwingung immer von Mond und Sonne zu-gleich hervorgebracht wird. Die lothrechte Liniezeigt darum am Tage nicht genau nach dem-selben Punkte des Himmels, wo sie währendder Nacht sich hinrichtet.
Diese Schwankung muß ihre Perioden haben, diesich nach der Stellung von Mond und Sonne richten.Da der Mond nach 14 Tagen immer die entgegen ge-setzte Stellung hat, so muß das Loth sich nach 14 Ta-gen des Nachts nach derselben Seite hin bewegen, woes sich jetzt am Tage hinneigt, und umgekehrt. Die14tägigen Tag Beobachtungen sind daher einander ent-gegengesetzt, wie die 14tägigen Nacht Beobachtungen.
Die Sonne steht alle halbe Jahre in der entgegen-gesetzten Stellung gegen die Erde; daher muß ihr Ein-