Der ganze Schluß wäre richtig, wenn die gemessenenBreitengrade von allen angegebenen Fehlern befreit wä-ren. Das sind sie aber nicht, und eben deshalb könnensie nur näherungsweise benutzt werden. —
Es findet sich nämlich, baß ein Breitengrad nörd-lich unter 46° 14' dieselbe Größe hat, als einer südlichunter 33° 18'. — Der Unterschied beider Zahlen ist12° 56'. Wenn sich nun zu beiden Seiten des altenAequators gleich große Breitengrade finden, so habenwir diesen im Mittagskreise des Caps 6° 28' nördlicherzu suchen, als den jetzigen Aequator . Wenn auch diesvon unserer Annahme bedeutend abweicht; so beweisendennoch auch diese nicht genauen Größen, daß der ehe-malige Aequator nördlicher in dieser Gegend lag, alsder jetzige.
Ueberdies würde sich noch fragen: ob die Configu-ration dieses Meridians, die doch offenbar von den Nie-derschlügen abhängig ist, die darauf gefallen, nicht erstdie jetzige wurde, als dieErdachse sich so weitgeändert hatte, daß der alte Aequator nurnoch 64° vom jetzigen entfernt war. Denn istdiese Aenderung allmählig vor sich gegangen, so liegtder Flötzbodcn und das aufgeschwemmte Land weder pa-rallel mit dem Urbodcn; noch haben die beiden Ellipsen,welche sie bilden, dieselben großen und kleinen Achsen,als die des eigentlichen Erdkerns. Wenn es daher auchmöglich wäre, durch eine Gradmcssung die Krümmungder Erdoberfläche, und nicht die der jetzigen Wasser-fläche, durch mehrere Grade in der Richtung eines altenMeridians zu erhalten; so würde diese doch nur dieCurve der damaligen Wasserfläche, als die letzten Nie-