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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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155
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nicht so hoch als in ?'6; hierauf sich wieder gegenSüden senken, und inr Meridiane x'g am tiefsten ge-kommen sein, aber nicht so tief, als im Meridianep'r, und nunmehr sich wieder gegen Norden erheben.

Man wird hier vielleicht einwenden, daß, wennz. B. I in Fig. 27 schräger von dem Sonnenstrahl slbeleuchtet wird, als I in Figur 28, nothwendig dieBeobachtung in I Figur 27 eine geringere Sonnenhöhe,und damit eine größere geopraphische Breite ergebenmüsse, als in Fig. 28; daß sodann diese Orte gar nichtals zu einem Parallelkreise gehörig erkannt werden könn-ten. Dies ist indessen nicht so. Das Loth ist, wennc unveränderlich ist, auch in beiden Orten dahin ge-richtet; darum können die Polhöhen und Zenithdistanzender Sonne durch Beobachtung nicht ungleich angegebenwerden. Die Höhe der Sonne über den irdischen Ho-rizont, besonders wenn dieser nicht Wasser ist, wird al-lerdings verschieden sein. Da der wahre Horizont aberimmer nur durch das Wasser, und zwar durch die Was-serwage bestimmt wird, dieses aber wie die Curve x^obin beiden Figuren steht, so wird die Sonnenhöhe überden sogenannten Horizont an beiden Orten dieselbe sein.Aber nicht von diesem Winkel hängt die Beleuchtungund Erwärmung der Ebene bei I ab, welche untereinem ganz anderen Winkel als die gemesseneSonnenhöhe, von der Sonne beschienen wird.

Was wir bis hieher gesagt haben, folgt aus derTheorie, mit welcher die Erfahrung sehr wohl über-einstimmt.

Schon seit langer Zeit ist es bekannt, daß es umso kälter wird, je weiter man gegen Osten kommt.