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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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Indem wir so an ein historisches Faktum anknüpfen,und rückwärts schließen, kommen wir auf dieselbe That-sache, die wir aus der Gestalt der Erde beducirt haben,und die wir demnach bis zu ihren ersten Gründen auf-wärts verfolgen können. Wir haben gezeigt, wie inAsien die Cultur fortbestehen konnte, während sie in allenanderen Ländern nothwendig untergehen mußte. Dennwenn auch die letzte Ueberschwcmmung dort den größtenTheil der Lebenden begrub, ganz hörte die Geschichtehier nicht auf, wie anderwärts. Wer mit Bqilli undanderen sich gedrungen fühlt, ein schon hoch cuktivirtesUrvolk anzunehmen, worauf allerdings manche Erschei-nungen der Geschichte hindeuten, wird es hier, vor dieserCatastrophe finden können. Hiernach kann es nunnicht auffallen, wenn die Cultur von dieser Gegend aussich nach und nach in dem Maaße verbreitete, als dieLänder aus dem Meere auftauchten, und zwar besondersnach Westen; denn gegen Osten setzte das Meer dersel-ben eine Grenze, gegen Süden ebenfalls; Afrika ist einneueres Land was seine Oberfläche betrifft, wenigstensder westliche Theil, und hängt mit Asien nicht in demMaaße zusammen,, als Europa . Der Verbreitung derägyptischen Cultur setzten die afrikanischen Wüsten die-selben Hindernisse entgegen., als das Meer. Gegen Nor-den in Asien hinderte die durch das Klima verursachtedünnere Bevölkerung, wie nicht minder einige bedeutendeWüsten, die Verbreitung der Cultur. Es ist aber inrGebiete des Sittlichen wie des Physischen. Es bewegtsich Alles dahin, wo ihm der geringste Widerstand ent-gegensteht, und hieraus erklärt sich sehr befriedigend,warum Europas Geschichte nicht in so frühe Zeiten hin-