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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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Es mag bei dieser Zahl von Fragen sein Bewen-den haben, da sie hinreichend ist, das Durchgreifendeder aufgestellten Hypothese zu zeigen. Leicht wäre esgewesen, noch ein halbes Dutzend Fragen hinzu zu fü-gen, die ihre Beantwortung ebenfalls darin finden, wasdem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein wird, wennes hier auf eine große Zahl ankäme. Aber eineHypothese, die so viel Fragen beantwortet, welche ei-nestheils zu den schwersten der Wissenschaft gehören,und schon seit langer Zeit als schwer zu lösende Räth-sel das Nachdenken der Gelehrten in Anspruch genom-men haben, anderentheils noch gar nicht beantwortet,ja kaum aufgeworfen sind, kann, sollte ich meinen, nichtso ganz irre gehen, und von aller Haltbarkeit und Wahr-heit entblößt sein- Ich darf dabei hoffen, daß schonder Umstand ihr Anerkennung und Freunde gewinnenwerde, daß darin die Verknüpfung und die gegenseitigeBeziehung einer großen Menge von Erscheinungen nach-gewiesen wird, die anscheinend nichts Gemeinschaftlicheshaben, und weit von einander entfernt zu liegen schei-nen. Oder wo hat man den gemeinschaftlichen Grundfür Ebbe und Fluth, für die geognostischen Formationenund mehrmaligen Wafferbedeckungen der Erde, für dieWärme-Verschiedenheit bei Orten unter gleicher Breite,für das Dasein, die Dertheilung und Anordnung zweierContinente, für die Anomalien bei vielen astronomischenBeobachtungen u. s. w. dargethan, wie es hier gesche-hen ist? Betrachtete man nicht diese Erscheinungenals außer allem Zusammenhange, als getrennte Zweigevom Baume der Erkenntniß, die gar keine gemeinschaft-liche Wurzel hätten? In der That, wenn der Fall

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