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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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Achse deö festen Ccdkcnis zu seinem Acquatorcal-Durch-messer, oder was dasselbe ist: die Wasserkugcl hat jetzteine stärkere Abplattung, als der feste Kern der Erde.

Es folgt dies unmittelbar aus der von mir aufgc-stellrcn Ansicht, und wenn sie die richtige ist, so muß auchjede Messung, durch welche die Curve des Wassers aus-gemittelt wird, eine größere Abplattung geben, als einesolche, durch welche man die Curve des Landes bestimmt.

Nun ist aber so eben gezeigt, daß Pendelmcssungcndie Kurve des Wassers angeben, als deren Abplattung2^ erhalten wird. Gradmessungen aber, obgleich sie feh-lerhaft auf die jetzige Wasserfläche reducirt werden, sinddoch immer auf dem Lande angestellt, und werden sich derForm desselben näher anschließen, daher also auch einegeringere Abplattung ergeben müssen, als jene, und es istvorher gezeigt, daß als mittleres Resultat auS den vor-züglichsten gefunden wurde. Wenn man aber die

Gestalt der Erde aus ihrer Beziehung zum Monde, oderder Wirkung des Mondes auf die abgeplattete Erde aus-mittelt, so ist von der Wirkung auf die vereinigte Land-und Wasserkugel der Erde die Rede, die man sich zu ei-nem gleichförmigen Sphäroide gestaltet, welches dannnothwendig zwischen der Abplattung der Wasserkugel undder Landkugel das Mittel, wenn auch nicht das arith-metische, halten wird, um so weniger, als die aus denGradmcssungen erhaltene Abplattung noch nicht die wahresein kann. Indessen wird der gefundene Werth immer alsungefährer Anhaltpunkt dienen können. Nach Laplace'sneuester Untersuchung ergicbt sich die Abplattung aus denMondsgleichungen zu Das genaue Mittel aus je-

nen beiden erstgenannten Werthen liegt diesem ziemlich nahe;

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