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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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im Laufe der Zeit mußte die erstarrte Rinde sich zusam-menziehen, wie es jeder Körper thut, dessen Temperaturerniedrigt wird. Allein die Masse im Innern nahm andieser Verringerung des Volumens keinen Theil. Es tratein Instand ein, der eine gewaltsame Veränderung herbeiführen mußte. Immer mehr wurde die innere geschmolzeneMasse durch die sich abkühlende Rinde zusammen geschnürt,bis letztere endlich gewaltsam zersprengt wurde, und dieflüssige Masse mit ungeheurer Heftigkeit durch die Zerber-stungen hindurch sich in die Höhe hob, indem theils dieRänder der mächtigen Spalten von beiden Seiten dach-förmig in die Höhe gerissen, und dazwischen der ganzeRaum ausgefüllt wurde, theils aber die Masse oben über-floß, und zum Theil auf ansehnliche Strecken die Schiefer-formation bedeckte.

Es scheint zugleich, als ob auch Zerbcrstungen stattgefunden hätten, die nur die Schiefergebilde zerrissen, ohnedie Granitdecke zu zerbrechen, und welche jetzt als schroffeThäler erscheinen.

Wer diese Zerberstungen, der wir unsere Urgebirgs-ketten verdanken, zu groß und gigantesk finden sollte, dererwäge nur, daß sie dies bloß relativ sind. Wenn aufeiner fußgroßen mit Papier überzogenen Kugel das Papierbeim Trocknen reißt, so scheint uns dies eben kein staunens-werthes Ereigniß zu sein; und doch ist es im Gebiete derNatur nicht mehr noch weniger groß, als jenes von derErde angegebene Zerreißen ihrer Oberfläche. Das Ver-hältniß der Tiefe dieser Risse zur Größe der Kugel ist inbeiden Fällen ziemlich gleich, und eher bei der fußgroßenKugel bedeutender, als bei der Erde. Wenn auf einemTeller die Glasur bei Temperatur-Veränderungen feine