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sein, der auch solche Streifen um den Aequator zeigt.Jedenfalls war die Oberfläche der Erde von der Innen-wärme noch stärker erwärmt, als jetzt, und theilte ihreWärme auch dem Luftkreise, und in größere Ferne hinaus,mit. Es konnten sich daher die Dämpfe weiter in dieHöhe heben, ehe sie durch die kältere Luft condensirt wur,den, und so erstreckte sich die Dunstkugel der Erde noth,wendig weiter hinauf; daß sie aber auch reicher an In-halt war, ist um deswillen glaublich, wiel sie eben so we,nig als das Meer jetzt schon ihren fremdartigen Gehaltvollständig verloren haben konnte, indem diese Periode nurein Mittelzustaud zwischen dem ehemaligen und jetzigen ge-wesen ist.
Wenn nun diese Ansicht die richtige ist, so folgt dar-aus, daß zu jener Zeit die Temperatur der Erdoberflächeweit weniger abhängig von der geographischen Breite war,als jetzt. Die kalten und gemäßigten Zonen waren durchihre Wolkendecke gegen die Aussiralung der freien Wärmein den Weltraum geschützt, und behielten die Temperaturihres erwärmten Bodens bei. Die damalige Aequatoreal,zone aber konnte wahrscheinlich ihre Wärme in den wol,kenlosen Himmelsraum ausstralen, da der Erfahrung zu-folge diese Zone auch jetzt wolkenfreier ist, als die übri-gen; sie wurde dadurch gemäßigter, und weniger verschie-den von deu andern, so daß die Temperatur-Differenzender verschiedenen Zonen sehr viel geringer sein konnten,als dermalen. Hierdurch dürfte es erklärlich werden, wieman auf Melvilles Insel wie in Ostindien, und überhauptin den verschiedensten Gegenden der Erde, Abdrücke vonFarrenkräutern und anderen Anzeichen findet, daß ehemalsdie Klimate ihre jetzige Differenzen nicht zeigten. Alle