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kalk und Keuper vorkommen können, außer den plutonischenwelche nirgend ausgeschlossen sind*). Etwas anders istsie gerade gegenüber, in wo der bunte Sandstein,
Muschelkalk und Lias fast ganz, Grünsand und Kreide abervöllig fehlen. Nach v. Humboldt sind in dem von ihmdurchwanderten Theile der Andes die Formationen des Flötz-gebietes, welche oberhalb des Alpenkalkcs vorzukommenpflegen, fast nicht vorhanden,**) was damit gut über ein,stimmt. Ist auch hierin nur die Ahnung einer Geographieder Formationen und deren Vertheilung über den Erdbodenenthalten, ist dadurch nur die Möglichkeit gezeigt, wie mannach wissenschaftlichen Gründen, und zuletzt selbst auf demWege des Calcüls, die geognostische Constitution eines Lan-des im Allgemeinen wird bestimmen können, so ist selbstdiese Ahnung vielleicht nicht unerheblich; denn sie deutetein Fundament für die Geognosie an, das ihr bisjetzt nochfehlt, und doch bei späteren Forschungen von bedeutenderWichtigkeit sein könnte.
*) So eben lese ich FranklinS Aufsatz über die Geologie vonBundclkund in Indien , auszugsweise mitgetheilt in der gcograph.Zeitung der Hertha, November t828 S. 247, nach welchem ersagt: die große Ausdehnung dcS TrappS und die anscheinendeAbwesenheit aller Formationen, die jünger sind alsder LiaS, sind merkwürdige Züge in der Geologie von In dien ." Indessen fehlt das Alluvium, so wie rother Thon undSandstein, die den bunten Sandstein überlagern, seiner Angabenach nicht, und gehören wahrscheinlich der Braunkohlcnformalionan. Dies stimmt demnach sehr gut mit unserer Angabe, nur derLiaS nicht, den er, obwohl nicht über 50 Fuß mächtig, gefundenhaben will. Ist cS vielleicht Muschclkglk?
**) v. Humboldt, gcognostischer Versuch über die Lagerung derGcbirgSartcn in den beiden Erdhälften, bearbeitet von v. Lcon-hardt. S. 27t und S. 29t.