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die Organisation keine Veränderung erlitten haben; dennjene Thiere lebte» von anderen Thieren oder Pflanzen; wäreihre Nahrung verändert, so würden sie abweichend organi-sirt sein. Da sie dies nicht sind, so ist ihre Nahrung, alsoauch andere Thiere und Pflanzen, dieselbe gewesen wie jetzt.Wenn sich nun in 3000 Jahren keine Veränderung zeigt,so hat sie sich eben so wenig in längerer Zeit gezeigt;denn Cüvier meint*) es bleibe nichts anderes übrig, umauszumitteln, was die Länge der Zeit erzeugen würde, alsin Gedanken das Vielfache von dem zu nehmen, was einkürzerer Zeitraum hervorbringt. Demnach ist es stets aufErden gewesen, wie jetzt; dieselbe organisirte Schöpfunghat zu allen Zeiten ihre Oberfläche belebt, und es sind we-der Arten untergegangen noch neu entstanden. —
Wie würde dieser Naturforscher staunen, wenn er ebenin jenem Cüvierschen Werke auf jeder Seite die Beweisedafür findet, es habe in der That zu verschiedenen Zeiteneine ganz verschiedene Schöpfung gelebt.
Ist aber seine Schlußfolge eine andere, als die, welcheein großer Theil der astronomischen Forscher macht? —Es sei mir erlaubt, diese Schlußfolge der vorigen gegen-über zu stellen.
Die alten astronomischen Beobachtungen, verglichenmit den neuen, zeigen, daß die Sacularbewegung des Mon-des seit Hipparch um 381" zugenommen hat. Wäre jetztnun der Tag nur um eine Secunde länger, als damals,so müßte sich jene Bewegung um 20053" vergrößert ha-ben, welches für die säculace Gleichung des Mondes einen266 mal zu großen Werth giebt. Der Tag kann sich dem-nach seit HipparchS Zeiten höchstens um unserer an-
') A. angcf. O. Thl. I. S. 9ü.