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das Zurückweichen dcS Gewässers von den Ufern bemerkthat, und zwar auf der Südhälfte der Erde, und daß diesereben dort liegt, wo nach meinen S. 121 zu lesenden An-gaben dies Phänomen sich zeigen muß. Es heißt nämlichin v. Zach'ö Ooii'esponllenco astrcmornicjno: *)
„Die Otaheitier behaupten, daß sich das Meer vonihrer Küste zurück ziehe. Sie zeigten den Engländern un-gefähr 4 Meilen von Venuspoint, der die Grenze des Di-striks von Whapiano bildet, einen Fußsteig, den man zuZeiten des Capitän Wallis, der die Insel im Jahre 1767entdeckte, selbst zur Ebbezeit, wegen der hohen vom Picherabsehenden Felsen, nicht passiren konnte, und der setztzu allen Zeiten gangbar ist. Diese Insulaner versichern,an den meisten Orten der Insel Zeichen von dem Rück-züge des Meeres wahrgenommen zu haben." Woher dieseNotiz genommen, ist nicht angegeben. Einer Korallenbil-dung dürfte man aber dies wohl kaum zuschreiben können,da diese nicht höher bauen, als das Wasser reicht, undder Weg dann schwerlich zu allen Zeiten gangbar wäre.
Hällström glaubt, das Sinken des Meeresspiegels ander schwedischen Küste sei die einzige bekannte Erscheinungdieser Art auf der Erde. Das ist sie aber gewiß nicht,wenn man nur nicht die anderweitig bekannten Thatsachenimmer verdächtigte, wie es der schwedischen ebenfalls ge-schehen ist. Es ist in der That erstaunlich, daß eine soleicht zu beobachtende Erscheinung, wie diese Wasserver-minderung, welche bereits, vor 100 Jahren wie Celsiussagt, allen schwedischen Lootsen bekannt war, ein volles
*) Vol. X. p. 266, auch in PoggcndorfS Annalen li. Bd.S. 327.