Ivo
zrn in der Ackererde beitrage, und so den Acker schnellerwirkend aber auch früher unfruchtbar mache; daher dasSprichwort: die Kalkdüngung mache reiche Vätcr aberarme Kinder. Sollte der Kalk wirklich auflösend auf dieorganischen Substanzen wirken» so müßte er im atzendenZustande bleiben, da er doch bald nach seiner Ausstreu». ung auf dem Acker kohlcngesäuert wird. Auch befindensich die Enkel unserer Erzgebirgischen Bauern sehr wohlund immer besser, je mehr sie die Kalkdüngung anwenden.Die Zahl der Kalkbrennöfen für die Landwirthschastnimmt hier bei uns jährlich zu.z) Soll der Kalk die im Boden vorkommenden Säuren neu-Iralisiren und dadurch einen sauren Boden verbessern-Dieses kann allerdings da geschehen, wo sich dergleichenSäuren in dem Acker vorfinden. Er kann dann schwe-sel- und phosphorsauren Walk bilden, welcher sich aberdennoch auch zersetzen, und seine Elemente an die Ve»getabilien abgeben wird.
4) Soll der Kalk die Kohlensäure und das Wasser aus derAtmosphäre anziehen und den Vegetabilien zuführen.Dieser Annahme wollen wir nicht widersprechen. Sieläßt sich mit unserer gleich mitzutheilenden Ansicht derWirkung des Kalkes recht gut zusammenreimen.
§) Ich halte es nämlich für wahrscheinlich, daß sich dieKalkerde bei der Vegetation so gut als der Dünger inseine Elemente zerlege und daß diese in die Pflanzen über-gehe und ihre näheren Bestandtheile bilden helfen. Nach. meiner Ansicht, ss. über die Natur der Erden in meinen0. A. Sammlungen chemischer Abhandlungen, Zr Bd.S. 187 u. s. f.), bestehen die alkalischen Erden so wiedie Alkalien aus oxydirtem Hydrogenazot; eine Ansicht,welche sich auch recht gut mit des berühmten Davy«Entdeckungen zusammenreimen läßt. Er desoxxdirte die