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Nord-Fahrt, entlang der norwegischen Küste, nach dem Nordkap, den Inseln Jan Mayen und Island, auf dem Schooner Joachim Hinrich unternommen während der Monate Mai bis Oktober 1861 von Dr. Georg Berna, in Begleitung von C. Vogt, H. Hasselhorst, A. Gressly und A. Herzen / erzählt von Carl Vogt, mit einem wissenschaftlichen Anhang ...
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Sechstes Kapitel.

Tro m s ö.

Tromsö liegt niedlich in dem engen Sunde gleiches Namens, an demRande einer niederen Insel, welche, mit Birkenwald gekrönt, auf ihrer Höhedie Landhäuser der reicheren Kaufleute trägt, die sich dort niedergelassen haben.Auch hier springen die dunkeln Packhäuscr bis in die See selbst vor und ver-bergen großcnthcils die größeren Wohnhäuser, welche dahinter liegen. Anfäng-lich macht die Stadt auf uns einen unheimlichen Eindruck. Es ist kalt, wieim Spätherbstc bei uns, sodaß man an Pclzrock und Pelzsticfcln auf demSchiffe nicht zu viel hat, und die Straßen sind voll von Lappen, die wieKobolde oder Gnomen aussehen, stinkige ScchundSfclle oder Rennthicrhäutcnmherschleifen, während der Wind zugleich den Rauch von einigen Thran-sicdcrcien durch die Straßen jagt, die in Folge dessen polizeiwidrig riechen.Nach kurzem Spazicrgange durch die einzige Längcnstraßc, welche Tromsö besitztund die an vielen Orten mit hölzernen Trottoirs besetzt ist, kehren wir zurück,um an Bord zu speisen und das Dampfschiff abzuwarten, welches schon amMorgen fällig gewesen wäre, wahrscheinlich aber durch den nächtlichen Sturmetwas länger aufgehalten worden ist. In der That zeigen sich auch seineRauchwirbcl am Horizonte und bald kommt es in unsere Nähe, um seinegewöhnliche Haltstelle aufzusuchen.

Ein ziemlich heftiger, kurzer Stoß wirft Einigen von uns, die im Begriffestehen, ihren Kaffee zu schlürfen, die Tassen aus der Hand. Wir eilen aufsDeck, wo wir die Mannschaft in nicht minderer Bewegung finden, als diejenige