Besuch und Landung.
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Mittwoch den 21., Morgens. Gestern früh mn halb 3 Uhr weckte unsbeim Morgengrauen der Kapitän. Es war bitterkalt, kaum 202° Reaumur, aberder Anblick unbeschreiblich schön. Im Südwesten ging der Vollmond unter, imNordosten kündete die Rothe das Nahen der Sonne an. Dazwischen der unge-heuere Berg, dem wir etwa auf U/? Meilen nahe waren, vollkommen hell undklar, wolkenlos, der Nebel bis auf einige bald zerfließende Zipfelchen verschwun-den. Eine kolossale Gestalt, wie der Aetna , nur größer wirkend, iveil seineGrundlage nicht so breit und die Seitengehänge steiler sind. Was wir gesternfür einzelne Spitzen gehalten haben, ist der halbkreisförmige Kraterrand, derüberall mit gewaltigen Schneemassen überdeckt und in einzelne Zacken ausge-schürft ist, zwischen denen tiefe Thalrunsen hinablanfen. Daß eine innereHöhle, ein wahrscheinlich mit Schnee gefüllter Krater vorhanden ist, läßt sichdaraus schließen , daß eine Hintere Zacke heraussieht, welche uns einen steilen,schwarzen Felsabsprung zukehrt und auf der entgegcsetzten Seite mit Schneebedeckt ist. Wir sehen neue Gletscher, die von oben herab bis in das Meerreichen und von diesem beständig unterwaschen werden, Gletscher von solchfurchtbarer Steilheit und Zerrissenheit, wie die wildesten in der Schweiz , sodaß von einem Besteigen derselben keine Rede sein kann, um so mehr, als siegegen die See hin ganz senkrechte Abstürze von etwa 1000 Fuß Höhe haben.Viele dieser Gletscher sind mit Geröll, Sand, Felsen und Asche ganz überdeckt,andere etwas Heller, keiner ganz rein, obgleich sie fast bis an den Fuß mitSchnee überdeckt sind. Sie steigen durch wilde Thäler herab, die zwischenhohen Felswänden eingegraben sind. An dem oberen Kegel des Berges bildendiese Felsen scharf zugespitzte Rippen, die überhängen und deutlich ihre Zusam-mensetzung aus auf einander liegenden Lavaschichten zeigen. Unten gegen dieSee zu sind es senkrechte Abstürze mit horizontalscheinenden Schichten, andenen die Brandung aufspritzt, wie hohe Springbrunnen. Der mittlere Theildes Berges ist von einem ungeheueren Gletschcrseld eingenommen, das nur hieund da von Felsrippen unterbrochen ist und auf dem alle diese Gletscher ent-springen.
Wir zeichneten Alle, wie Du Dir leicht denken kannst, trotz der schnei-denden Kälte wohl zwei Stunden und suchten uns zuweilen in der Kapitäns-kabine die Hände am Oefchen und den Magen an schwarzem Kaffee undEognac zu wärmen. Nun kam die Sonne und ein prächtiges Glühen auf derganzen Ostseitc des Berges, der wir gerade gegenüber waren.