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Die vulkanischen Formationen.
Reykjanäs im Südwesten nach Kap Langanäs im Nordosten Islands , so ist allesim Norden gelegene Land einzig und allein von Basaltströmen gebildet. Wenigergenau läßt sich im Süden eine Grenze bestimmen; doch dürfte etwa die Thalrinnedes Laugarfljots dieselbe darstellen, indem alle zwischen Berufjord und Borgarfjord gelegenen Fjorde des Ostlandes der basaltischen Bildung angehören. Die neuerenVulkane werden dadurch in ein verlängertes Trapezoid eingeschlossen, das einerseitsmit seiner kurzen Endlinie ini Osten am Vapnafjord das Meer erreicht, anderer-seits aber die ganze Slldküste von Kap Reykjanäs bis zum Kap Stokknüs alsBasis hat.
Man würde indessen irren, wollte man glauben, daß die Zone der neuerenVulkane allein auf diese Weise, indem sie vielleicht eine mittlere Bucht zwischen deneinzelnen Basaltgruppen ausfüllte, die Zusammenschweißung derselben veranlaßt habe.Offenbar bestanden uranfänglich viele einzelne Inseln mit höchst unregelmäßigenGrenzen, die nach und nach durch Hebung oder Ausfüllung der zwischenliegendenSunde mit einander vereinigt wurden. Die nordwestliche, so deutlich handförmigeHalbinsel, die in zwei gewaltigen Schneebergen, dem Glamu- und Tranga-Jökull,ihre Mittelpunkte findet, ist an ihrem Zusammenhange mit dem Festlande so tiefeingeschnitten, daß eine nur geringe Senkrmg genügen würde, um die kaum zwei Meilenbreite Landenge wieder , unter den Spiegel des Meeres zu bringen. Das Vorgebirge,das mit denn Snäfellsjökull als Mittelpunkt so weit in die See nach Westen hinsich erstreckt, bildete früher jedenfalls eine für sich bestehende Insel, die mit demriesigen Kegel am einen Ende und dem langen,' geradlinigen, nach Osten gerichtetenLavaschweife viel Aehnlichkeit in der Gestalt mit der Insel Jan Mayen zeigt,obgleich hier Schweif und Kegel gerade die entgegengesetzte Richtung haben. Einegenauere Untersuchung würde wohl nachweisen, daß viele der gestreckten Landzungen,die im Norden und Osten Rippen gleich gegen das Meer vorspringen, ursprünglichgetrennte Inseln waren, die erst durch successive Basaltströme mit einander ver-bunden wurden. Der Ausdruck, daß die Grundlage der Insel Island eine auseinzelnen Stücken zusammengesetzte ältere Basaltmosaik sei, welche durch späterevulkanische Ausbrüchc theils zusammengeschweißt, theils überdeckt wurde, dürfte dem-nach wohl gerechtfertigt erscheinen.
Schon seit längerer Zeit hat man darauf aufmerksam gemacht, daß innerhalbder Vulkanenzone, welche auf die bezeichnete Weise die basaltische Grundlage Islandszu einem Ganzen zusammengefügt hat, eine nordöstliche Spaltenrichtung sich geltendmacht, welche namentlich in der Umgebung des Hella und in vielen anderen nochthätigen Vulkanen sich kenntlich macht. Verlängert man diese Richtung nach Norden,so fällt dieselbe mit der Längenrichtung der Insel Jan Mayen zusammen, so daßsie die aus den Hebriden gezogene Linie im Beerenberge selbst schneidet.