76 Neue Phænomena
23. Daß viele kleine Inſecten, wo ſie mit den Fuͤßen ſich nicht veſt hal-ten koͤnnen,(aa) auch die Spinnenweben, durch ein ele ckriſirtes Glas rohr ine inſtarcke Bewegung gebracht werden.(bb) 5
24. Daß ins beſondere die Edelgeſteine, vor allen aber ein mit Facet-ten verſehener Diamant, wann ſie warm gemacht, und auf einem Glas ſtarckgerieben worden,(ec) eine zimliche electriſche Krafft verſpuͤhren laſſen.(dd)
Anmerckungen.
Man hat bey dieſen obigen Experimenten, nachdeme das dazu erforderte guteWetter, und andere Umſtaͤnde, ſich, nach den vier erſten§§ des vorhergehendenCapitels, zum voraus gantz ſchicklich ergeben, vornemlich auf drey Stuͤcke, um jenerichtig zu vollziehen, zu ſehen: erſtlich auf das Corpus, das auf die erfolgte Electriſirungſeine Wuͤrckungen thun ſoll, zum zweyten auf die Kleinigkeiten, oder auf die kleineCoͤrper, die gar geringe Theile von den grolen ſi nd, welche durch die electriſche Krafftam ſtaͤrckſten angezogen und wiederum zuruck getrieben werden moͤgen. Zum drit-ten, auf das Geſtell, oder auf das Lager, auf welches dergleichen kleine Coͤrper gele-get werden. Was das erſte anlanget, muß man jederzeit ein ſolches Corpus dazunehmen, das an ſich ſelbſt electriſch gemacht werden kan,(Beſ den 2. f. im erſten Ca-pitel) worzu ein weiſſes reines Glas⸗ rohr am beſten dienet. Jum zweyten, muͤſſenzur Befoͤrderung des verlangten Effects dergleichen kleine und leichte Coͤrper aus geſu-2 werden, die an ſich entweder ſehr muͤhſam oder gar nicht electriſch gemacht werdenkoͤnnen,(Beſ. des erſten Capitels s. 3. und 3.) dahero dann bier diejenige Stucke,die bey den obigen Experimenten 4e gude worden, nemlich die Goldblaͤtlein von denMetallen, die ſubtile Federlein, die ſubtile Flocken von der Wollen und Baumwollen,allerhand klarer Sand und leichte Saamen, das Abgefeil von Metallen, das Abgera-ſpelte von Boltz und Beinen ꝛe am beſten taugen(ee)
Bey dem dritten Stuͤck, als bey Anordnung eines dazu tichtigen Geſtelles oderLagers, auf welchem die bemoldte Kleinigkeiten liegen ſollen, muß man auch noth-wendig eine und andere Umſtaͤnde, wie Herr du kay hierinnen eine gute Anweiſunggegeben, wobl erwaͤgen, welche der Erfahrung gemaͤs erfordern, daß man Geſtellevon Coͤrpern, die an ſich ſelbſten electriſch gemacht werden koͤnnen, als vom Glas,Gummi copal.(ff) anotdne, dann ſonſten, und in einem andern Fall, ſo man vordie Genelle andere Coͤrper, die ſehr muͤbſam, oder an ſich ſelbſten keines weges zuelectriſiren ſind, z. E. von Boltz, Stein, Metall ꝛc. nebmen wollte, ſolche Kleinig-keiten ihre Wuͤrckungen nicht ſo erwuͤnſcht als bey dem Glas, Siegelwachs, erlangen(gg) werden, dahero man anbey auch auf ſchickliche Geſtelle, die aus Glas, oder zum
wenig-(ae) D. DU Sendelii Electrologiæ miiſſug(ee) Hiſt de! Acad. Roy. des Seiencestertius pag. 38. 39. 40. 41. pag. 10.& Mem. pag. 328.& 64a. A.bb) D. D. Sendelii Electrologiæ miſſus 733. Ntertius pag. 38(ff) Hiſt. de l Acad. Roy. des Sciences(cc& dd) Mem. de I Acad. Roy. des Sci- pag. 38. 9 Memoires. pag. 46. 47.& 113.ences p. 104. A. 1733. Rob. Hooks poſt- 114. 115. A. 1733.bumous Works fol. 185. D. D. à Muſ.(gg Fhiloſ. Tranſact. N. 417. pag. 42. D.ſchenbroek kſſai de Phyſique pag. 286. D. à Muſſchenbroek Eſſai de FhyſiqugEjusd. Comment. in Expp. Acad, del pag. 27%, 3 5
Simento P. Il, pag. 82.