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Neu-entdeckte Phaenomena von bewunderns-würdigen Würckungen der Natur : welche bey der fast allen Cörpern zukommenden electrischen Krafft und dem dabey in der Finstern mehrentheils erscheinenden Liecht einige berühmte Mitglieder der preisswürdigen köngl. engl. Societaet der Wissenschafften vornemlich aber, Herr Hauksbee und Herr Gray in Londen und nach einer weitern Untersuchung, Monsieur du Fay in Paris durch viele Experimenta, zu unsern Zeiten glücklich hervorgebracht, und in unterschiedlichen Wercken dem Publico mitgetheilet ... / von Johann Gabriel Doppelmayr
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54
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74 Neue Phænomena

ñẽgemacht, ſobald man aber mit dem Finger auf die guſſere Flaͤche von jenenlanget, werden die Faͤden in ihrer Extenſion nachlaſſen.(22) ö

171. Auf eine gleiche Art wird eine Probe mit einem zerſchnittenenSchleyer gemacht, deſſen duͤnne Durchſchnitte, denen Faͤden gleich, nach dervorhergehenden Anweiſung, ſich ebenfalls gegen die Cicumferenz des Gefaͤ-ſes ausgeſtreckt befinden(a/.

172. Eben dergleichen Wuͤrckung verſpuͤhret man auch noch durch dieKugel, ob man wohl den mehreſten mittlern Theil von derſelben innern Flaͤ-chen mit ſpaniſchen Wachs duͤnn uͤberzogen.(b) a

173. Wann man in der Weiten von etlichen Schuhen auf die Glas-Kugel zu blaͤſet, da oben die Faͤden ſich ausgeſtreckt befinden, wird ſich beydieſen in jener eine notable Bewegung ergeben.(c)

174. So man mit den Haͤnden zugleich den obern und untern Theilder Glaskugel, indeme die Faͤden ausgeſtreckt ſich befinden, behend beruͤhret,und ſelbige reibet, ſo wird dann gleich eine groſe Unordnung in der Bewe-gung der Faͤden entſtehen, welche nur auf eine kurtze Zeit dauret.(d)

Anmerckungen.

Gegenwaͤrtige Experimenta geben ebenfalls eine bewundernswuͤrdige Subtilitzetder Theile von der electriſchen Materie zu erkennen, zumahln wenn man das 168.und 169. Experiment in Betrachtung ziehet, da dieſe Materie durch ſo viele Glo-cken dringet:(e) hiebey iſt folgendes wobl zu obſer viren, daß man, damit der kffeckrichtig erfolge, an ſtatt des feuchten Leders, auf welches bey Exantlirung der Lufftins gemein die Glocken geſtellet werden, dieſe mit dem Cerato oder Baumwachsauf dem meſſingen Teller der Antlie veſt machen muͤſſe, wobey dann keine Feuchteder electriſchen Krafft wird Schaden bringen koͤnnen(f)

Das 170. Experiment iſt eines, ſo err Hauksbee bey der Electricitæt ausge-funden/ von den conſiderableſten, aus welchen er noch andere deduciret.

Bey dieſem Experiment ſind noch eine und andere Pbhænomena merckwuͤrdig, alsdaſt, ſo man nach 2. oder z. Minuten die Glaskugel zu bewegen und zu reiben aufge-hoͤret, als dann die darinnen ſich befindende Faͤden, 3. bis 4. Secunden lang gantzunordentlich ſich unter einander bewegen und dann hangen, da ſie dann bey einerneuen Ausſtreckung wieder auf die Circum ferenz des Glaſes zugehen, und zwar jegenaͤuer ſie zu dieſer, ihrer Laͤnge nach, gelangen koͤnnen, an ihrem Ende deſto weiter von einander kommen,(g) und daſelbſten zun Theil etwas gleichſam in kleine-

re

(22) Hauksbee's Experiments pag. 53. 54(b) Hauksbee's Experiments p. 13 i. Mem.59. 60. 109. 110. Fol F an Experi- de l Acad. Roy, des Sciences pag. 483.ments pag. 20. 21. Vol. I. Tranſact. Phi- 434. A. 1734gel* 0 41. 42 8 645. 4 17 55(c& d) Hauksbee' s Experiments pag. i 10.

5 40. 0 0 25. 1733.. 7D. Tügchenbr. Elfai de Phôlique pag.(e) Flauksbee s Experiments pag. 125.261.262 f. 2. Ejusd. comment ink xp. A.(f) Thiloſ. Tranſact. N. 426, pag. 399.del cimento. P. II. pag. 35 D, Graveſan- Mem. de! Acad. Roy. des Sciencesdii xlem, Phyſ. mathem. Edit. tertiapag. pag. 47J. 476. A. 1734.(g) Hauksbee; Experiments pag. 60.&109. 110.

671. 673..(a) Hauksbee's Experiments pag. 52. 73