Vorrede.
kannt habe, ſo wird man doch bedenken, daß ich itzo nur eine Einleitung zueiner mathematiſchen und phyſikaliſchen Betrachtung der Erdkugel habe gebenwollen, und wenn andere einige merkwuͤrdige ſonderbare Dinge angezeigt haben,die ich uͤbergangen habe, ſo werde ich wiederum einiges geſammlet haben, dasman bey ihnen nicht antrifft.
Man wird in dieſem Werke eine Menge algebraiſcher und anderer Ausrech—nungen antreffen, die mir alle etwas Zeit und Muͤhe gekoſtet haben, und die ichdurchgehends nur meinen Leſern zu Huͤlfe zu kommen, vollkommen, und wenn ichſie von andern genommen habe, noch mit Erlaͤuterungen vorgeſtellet habe, weilich ſtets in den Gedanken war, daß ich nicht nur fuͤr geuͤbte Meßkundige ſchriebe,und daß es nicht gefaͤllig gehandelt iſt, wenn man die Kunſtgriffe, durch welcheman zu ſeinem Endzwecke gelanget iſt, vor ſeinen Leſern verborgen hielte; doch ſoll-te es mir nicht fremde vorkommen, wenn ich hier und da in meinen Rechnungenmich geirret haͤtte, ich ſollte mich viel eher wundern, wenn keine Fehler darinnenbegangen waͤren. Kann mir jemand mit Beſcheidenheit einige Fehler im Rech-nen, oder Irrthuͤmer in Schluͤſſen zeigen, oder mir weiſen, daß ich mich auf falſcheBerichte gegruͤndet habe, ſo werde ich ſolches nicht nur mit aller Dankbarkeit er-kennen, ſondern auch offentlich jedweden, wenn ich etwa eine zweyte Ausgabe die-ſes Werkes verfertigen ſollte, deswegen ſein verdientes Lob geben, und auf diefreundliche Erinnerung gelehrter Kenner der Natur und der Meßkunſt die began-genen Fehler ſo viel als moglich iſt, zu verbeſſern ſuchen, weil dieſes der einzigeWeg iſt, in der That zu zeigen, daß man nichts mehr als die Entdeckung derWahrheit ſuchet. Sollte mich einer oder der andere mit Unbeſcheidenheit uͤberdieſes oder jenes, was in dieſem Werke vorkommt, angreifen, ſo konnen ſie ver-ſichert ſeyn, daß ich ſie mit einem verachteten Stillſchweigen beantworten werde,weil ich nicht einfaͤltig genug bin, unbeſcheidene Leute zu Herren meiner Ruheund meiner Zeit zu machen, und uͤber die geringſte unfreundliche Widerſpre-chung hitzig zu werden.
Die Druckfehler, die mir beym Nachleſen der abgedruckten Blaͤtter in dieAugen gefallen ſind, habe ich, ſo weit ſie von einiger Wichtigkeit waren, ange-zeiget, und man wird wohl thun, wenn man dieſelben in dem Werke verbeſſert,ehe man daſſelbe zu leſen anfaͤngt, und dieſes deſtomehr, weil man in dem Ver-zeichniſſe der Druckfehler auch einige wenige Verbeſſerungen von Fehlern findenwird, die nicht dem Buchdrucker, ſondern mir, Schuld zu geben ſind. Sollte ichnoch einiges uͤberſehen haben, wie ſehr wahrſcheinlich iſt, ſo hoffe ich, es wirdvon keiner Wichtigkeit ſeyn, und Dunkelheit oder Ungereimtheit geben.
Ver-