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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung von der Geſtalt der Erdkugel. 9

beſtimmte daraus die Groͤſſe von einem Grade 57060 franzöͤſiſche Ruthen(toiſes) 5doch man urtheilte nach der Zeit ein ſolcher kleiner Theil von dem Umfange der Erd-kugel, ſey nicht genug, die Groͤſſe und die wahre Geſtalt derſelbigen zu entdecken. Deshal-ben hat der groſſe Johann Dominicus Caſſini nebſt ſeinem Sohne, und verſchiedenenandern ſeiner Kunſtgenoſſen, einen viel groͤſſeren Theil von dem Umfange der Erdegemeſſen, der zwiſchen Paris und den Pyrenaͤiſchen Gebuͤrgen begriffen iſt, nehm-lich einen Bogen von 6 Gr. 1s Minuten, Caſſini glaubte nun, er muͤſſe aus ſeinenMeſſungen ſchlieſſen, daß der Grad der Breite ſuͤdwaͤrts von Paris 57126 Toiſenſer, da er den Grad der Breite noͤrdlich von Paris 57055 Toiſen rechnete /) ob ſchonalle ſůdliche Grade die er gemeſſen hatte, einen in den andern gerechnet 57292 fuͤr je-den Grad austrugen, welche mittlere Zahl am nächſten mit der Beſtimmung desEngellaͤnders Nor wood uͤbereintrift, nach der ein ſeder Grad 5700 Toiſen iſt..)Hieraus wurde geſchloſſen, daß die Grade der Breite kleiner wuͤrden, wenn man ſichden Polen naͤherte, aber wuͤchſen, wenn man an den Aequator kaͤme. So muͤſteder erſte Grad der Breite groͤſſer ſeyn als der zweyte, und der zweyte groͤſſer alsder dritte u. ſ. f. wenn dieſes ſo ware, wuͤrde die Erde keine eingedruckte Geſtaltbaben, wie ſich Newton und Suigens vorgeſtellt haben, und wir in der Folgeſehen werden, ſondern vielmehr eine Eyrunde, ſo daß der Strich, der beyde Polezuſammen haͤngt, groͤſſer ſeyn muͤſte, als derjenige, der durch den Aequator geht.Denn in einer laͤnglichten Rundung ABCD iſt der Bogen EB F nicht ſo krummals der Bogen EA, deswegen muß man in Eh F einen groſſen Weg zuruͤck legen,um einen Grad eines Kraiſes zu baben, deſſen Kruͤmme mit der Kruͤmme deselliptiſchen Bogens EA G uͤbereinſtimmt, und er deshalben mit einen kleinern Halb-meſſer beſchrieben wird, ſo daß die Grade der Breite ſich gegen einander verhalten,wie die Halbmeſſer der Kruͤmmung bey den Lateinern radii ofculi oder radii ourvatu-rae genannt. Wenn man alſo bey Caſſini Vorausſetzung dem Aequator naͤherkoͤmmt; ſo muͤſſen die Grade da groͤſſer ſeyn, weil man ſich alsdenn der kleinen Axeder laͤnglichten Rundung nähert, und wenn man dem Pole oder der groſſen Axe naͤ-her koͤmmt, ſo muͤſſen die Grade kleiner werden. Das Gegentheil muͤſte ſtatt fin-den, wenn die Erde die Geſtalt einer eingedruckten Kugel hatte, wie aus dem wasgeſagt worden iſt erhellet).

7) Ouvraget gdoft. J. 4. P. 45.. 1) Raf in Comm. Petrod. T. L. 2.) Alem. de Acad. 1701. p. 223.( Juiv. 24. eg. en br KAN. Afem. de lAcad.

6) dr rox Princip. Phils. L. 3. prop. 19. mens de Geographie Artic. XIII.

Erſter Theil. B

1720. P. 292. O /uiv. viaurERTVIS Eie-

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af.