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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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16 Betrachtung von der Geſtalt der Erdkugel,

Schwere innerhalb des Körpers der Erde aus einem Mittelpunkte wirkte, wie ſieauſſerhalb deſſelbigen thut, aber jedes Theilchen wird innerhalb dieſes Klumpens,der nun nicht mehr eine vollkommene runde Kugel ſiſt, nicht nur nach dem Mittelpunkte, ſondern auch von allen andern Theilchen gezogen und deswegen kann man

Z XU Z Unnun die Schwere in! nicht durch Au noch die in G durch A ausdrucken.4

Dieſerwegen hat Newton einen ganz andern Weg nehmen muͤſſen, um die Geſtaltder Erde durch Schluͤſſe aus zumachen, da er geſchloſſen hat, daß die kleine Are oderdie Axe, die durch die Pole geht, ſich zu dem Durchmeſſer des Aequators wie 229 zu230 verhalt. Hiermit ſtimmt genau uͤberein, daß man wie der Herr s' Grave-ſande o) recht anmerkt in dieſen und dergleichen Schluͤſſen zum voraus ſetzt, die ur-ſpruͤngliche Geſtalt der Erde, wenn ſie ſich nehmlich noch nicht um ihre Axe drehte,ſey vollkommen kugelrund, da ſie doch eine andere Geſtalt gehabt haben könnte,wenn man annimmt ſie ſey zwar mit Waſſer bedeckt aber innerlich mit einen feſtenKerne verſehen geweſen, denn wenn dieſer Kern eine ſolche Geſtalt hatte, wie ausder Umdrehung einer Elipſe um ihre lange Axe entſtehet, wird die Geſtalt der Erdewenn ſie ſich um ihre Axe drehet, nach der verſchiedenen Geſtalt und Dichte und ei.genthuͤmlichen Schwere dieſes Kernes verſchleden ſeyn. Man kann zwar allezeitbehaupten, daß durch die Umdrehung der Durchmeſſer, der durch die Pole geht,kleiner und der durch den Aequator geht, groͤſſer wird, als da alles in Ruhe war,aber daraus folgt nicht, daß die Axe in der That kleiner iſt als der Durchmeſſer desAequators . Und daher iſt es nothwendig die wahre Geſtalt der Erde allein ausWahrnehmungen zu beurtheilen.

15. F.

Das die Erde eine elngedruckte Geſtalt hatz, ſcheinet(um zu den Wahrueh-mungen zu kommen) wenn man auch die Regeln der Uebereinſtimmung mit der Ge-ſtalt des Jupiters, deſſen groſſe Axe ſich zu der kleinen, die durch die Pole geht wie13 zu 12 verhält, bey Seite ſetzen will, aus der Betrachtung der Podulen zu erhellen,die unter dem Aequator langſamer als in andern Plaͤtzen welche weiter von ihm ent-fernt ſind, bewegt werden, ſo daß die Schwuͤnge von einem und denſelben Pendulin Oertern, die naher bey dem Aequator ſind, langſamer vollbracht werden, als inſolchen, die welter von ihm abgelegen ſind. Richer iſt der erſte geweſen, der dieſesim Jahr 1672 auf der Inſel Cayenne die ohngefehr 5 Gr. von dem Aequator liegt,entdecket hat) er fand, daß ein Pendul, der zu Paris ſeine einfachen Schwuͤnge

in) Phylic. Elem. Alat hem. d. 44%. ſel St. Helena bemerket, aber die genaue

). Halley hat eben dieſes zuvor in der In⸗ Groͤſſe der nöthigen Verkürzung nicht ache. el