Betrachtung von der Groͤſſe der Erde. 63
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Zweytes Hauptſtuͤck
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der Groͤſſe der Erde.
40. F.. demjenigen, was im vorhergehenden Hauptſtuͤcke von der Geſtalt der
Erde iſt geſagt worden, wuͤrde man gar leichte, wenn man einigermaßen
in der Meßkunſt erfahren iſt, ihre Groͤſſe beſtimmen konnen, deswegenwird es der Muͤhe werth ſeyn, daß wir dieſes Stuͤcke etwas mehr, insbeſonderedurchgehen und anzeigen, wie dieſe Unternehmungen von verſchiedenen ſo wohl altenals neuen Meßkundigern ſind ausgefuͤhret worden, um die wahre Groͤſſe der Erde,da den Menſchen ſehr viel daran gelegen iſt, zu finden.
41. 6.
Man hat in ganz alten Zeiten ſich bemuͤhet, die Groͤſſe der Erde kennen zulernen, und iſt in dieſer Abſicht verſchiedne Wege gegangen. Der erſte, der dieſesStucke vorgenommen hat, iſt wie es ſcheint Eratoſthenes , der ohngefehr 270 Jahrevor Cheiſti Geburth gelebet hat, und ſicherlich gewuſt hat, daß die Erde bey naheeine runde Kugel iſt, er muß auch einen groſſen Eifer für die edle Wiſſenſchaft undderſelben Befoͤrderung gehabt haben, daß er eine ſo groſſe Meſſung unternommenhat, ſo daß es Plinius 4) ein verwegnes Unternehmen(improbun auſum)genannt hat. Ich weiß daß Diogenes Laertius Y gezeiget, daß Anaximan-der der Mileſier, der erſte geweſen iſt, der den Umfang von Land und See beſchrle-ben hat( V, Nerhdeene arceiueręe vαiee kg er). Doch es ſchei-net er habe nicht Hand ans Werk gelegt, ſondern ſich mit bloſſen Betrachtungen be-gnuͤget, wir wollen deswegen den Eratoſthenes fuͤr den erſten Meſſer der Erden halten,und unterſuchen, auf was fuͤr Art er ſolches bewerkſtelliget hat. Sein groſſes Ver-fahren ſtellet Cleomedes e) vor, woraus wir nur das hauptſaͤchlichſte herſetzenwollen. Er nahm an, Spene an den Grentzen Aethiopiens , und Alexandria inAegypten , lagen unter einerley Mittagskreiſe, und nahm wahr, daß Syene, wei-
ches4) IH. Nat. L. 2. C. 108. 4) de Manas L. I. b. 164 170, EAir.5) De Vitis Philoſ. L. 2. f. m 12 ahl. 1585. N
Erſter Theil.—