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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung von der Groͤſſe der Erde. 71

arabiſchen Schriftſteller ſelbſt anzuſehen, will ich doch das haͤuptſächlichſte mit Snel-lius 6) zum Dienſte meiner Landsleute verſteilen, der es aus dem Abelfedeas, einen arabiſchen Er beſchreiber, der im Jahr 1322 nach Chriſto gelebet hat, gezogen,aus welchen auch Ricciolus 4) das ſeinige entlehnt hat: Almamom oder Maimon,groſſer Calif von Babilonien, der um das Jahr 827 nach Chriſti Geburth, uͤber dieAraber geherrſcht, rufte viele Mathematickverſtaͤndige und Geographen zuſammen,und befahl ihnen, man ſollte unterſuchen, wie viel Meilen in einem Grade des Mit-tagskreiſes begriffen waͤre, hierzu wurden die weit ausgeſtreckten Felder von Finſar(welches Snelluis fur Meſepotamien haͤlth erwaͤhlet, und man fand, daß jeder Grad56 Meilen begriff, doch durch wiederholte Meſſungen fand man 554 Meilen. Hierwird die Frage entſtehen, was für Meilen müßen verſtanden werden? Nach demAlfraganus, enthaͤlt jede arabiſche Meile 4000 Cubitos, ein cubitus begreift 6Palmen, oder 24 Joll, ob wohl der alte arabiſche Cubitus 32 Zoll enthielt, dochdie Schwierigkeit kömmt auf die Beſtimmung von der Groͤſſe eines Zolles an. RabbiAbraham, der Sohn des Chaim e) ſagt, 6 Gerſtenkoͤrner zu naͤchſt nach einanderin eine gerade Linie gelegt, erfuͤllten einen Raum von derjenigen Lange, welche Pollum genannt, und 3 ſolcher Pollum, machten einen Palmen, und Ali Kusbgiusbezeuget, daß nach dieſer Beſtimmung der Araber 6 Pferdehare aus dem Schwanze,nächſt an einander gelegt, die Breite eines Gerſtenkornes ausmachten, derohalbenwuͤrde ein Pollum, deren 4 auf einen Palmen gehen, und ſolchergeſtalt 24 auf ei-nen Cubitum, aus den Breiten von 36 Pferdeharen aus dem Schwantze, beſtehen.Nun finde ich, daß 8 Schwanzhare von einem Pferde, ohngefehr eme Linie von einemPariſer Zoll ausmachen, derohalben wurden 96 ſolcher Haare einen pariſer Zoll be-tragen, und ſo wuͤrde ein Pollum ſich zu den pariſer Zoll, wie 36 zu 96 verhalten,weil dieſes ohnmoͤglich wahr ſeyn kann, ſo duͤrffen wir uns auf dieſe Beſtimmung desKusbgius nicht verlaſſen, woferne nicht die Pferdehaare in Arabien ohngeſehrdreymal dicker ſind, als hier zu Lande. Onellius /) fand, daß bisweilen 98 bis-weilen 89 eder 885 Gerſtenköͤrner, einen rheinländiſchen Fuß ausmachten, ſo daß auchvon dieſer Seite alles ſehr unſicher iſt, die Lander ſelbſt, darinnen die Gerſte waͤchſt,und ob die Koͤrner trocken oder feuchte, friſch oder alt ſind, ſcheinet dazu viel beyzutragen, denn Kicciolus bezeuget, 2) daß do an einander gelegt, einen alten roͤ-miſchen Fuß von Veſpaͤſtanus ausmachen, nun verhaͤlt ſich dieſer Fuß nach demRicciolus zu dem rheinlaͤndiſchen, wie 200, zu rens. und derohalben wurden nur 8rg ineinem rheinlaͤndiſchen Fuß, und 83754 in einem pariſer begriffen ſeyn. Rechnetman nun 6 Gerſtenkörner auf ein Pollum, und 24 Pollum, auf einen Cubitus,ſo wuͤrden 144 Gerſtenkoͤrner auf einen Cubitus gehen, und ſo verhielte ſich ein Cu-bitus zu einem pariſer Fuß, wie 44 zu 83153. Derohalben wuͤrden auf eine Meile,die

) P RNATOST E. Bat. Z. 1. C. 20, Cap. 6.

4 Geogr. Ref. T. 5. Cap. 8. F) l. b. 110.

Bey i αõõ,jjsrs Gesgr. Referm. J. 2. 80 b. c. Lib. 2. Cap. 6.