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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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und taglichen Bewegung der Erde. 109

terſchelden, was von ihrer eigenen Bewegung oder von der veraͤnderten Lange derEkuptik herruͤhret.790. g.Nun wird die Frage ſeyn, welches von beyden mit den Wahrnehmungen ambeſten uͤbereinſtimmt, das iſt, ob man eine Veraͤnderung an der Abweichung derSterne oder ihrer Breite beobachtet? Es iſt zu bedauren, daß man ſich auf dieBeobachtungen der alten Sternkundigen ſo wenig verlaſſen darf, ſonſt wuͤrde manaus Vergleichung der aͤltern Beobachtungen von den Breiten der Sterne mit den neue-ren, dieſes leichte ausmachen konnen. Erwehlet man welche aus denenjenigen, dieProlemeus uns aufbehalten hat, und zwar die, auf die man ſich am meiſten ver-laſſen kann, und vergleicht ſolche mit den beutigen, ſo findet man nach dem Zeugniſſedes Herrn Godin 2) daß die meiſten damit uͤbereinſtimmen, welche die Verminderung des Neigungswinkel erfordern, die Bewegung der Ekliptik zuzuſchreiben. Auſ-ſerdem will ich nicht leugnen, daß ich mich mit der Vergleichung der Wahrnehmungendes Ptolemeus, mit den heutigen nicht befriedigen kann, wenn man auch uͤberallwo eine nordliche Abweichung, die Prolemeus angiebt, noch 13 hinzuſetzet, weil erdie Hoͤhe des Aequators zu Alexandrien , um ſo viel zu groß angenommen hatteDenn wie er bey Beſtimmung der Hoge des Aequators ſo viel gefehlet hat, ſo kanner auch in Beſtimmung der Hoͤze der Sterne andere Fehler begangen haben, und de-rowegen kann man ſich nicht darauf verlaſſen, daß die Breiten der Sterne ſeit desPtolemeus Zeiten, ſich muͤſten veraͤndert haben. Es giebt aber ſpaͤtere Wahrneh-mungen, die bey dem erſten Anblicke die Vermuthung zu erregen ſcheinen, als wärendie Beeiten der Sterne Veränderungen unterworffen, wie ſolches ſtatt finden muß,wenn ſich die Ekliptik dem Acquator, und nicht dieſer der Ekliptik naͤhert. Tychound andere haben ſchon geglaubet, es ſey an den Breiten der Sterne einige Veraͤnde-rungen zu bemerken 2); doch die Herren Halley Y) und Caſſini,) haben dieſes ſorg-faͤltiger unterſucht. Herr Halley hat zwar einige Veranderung an der Breite einiger Firſterne bemerket, aber er fand bisweilen eine ſolche Veraͤnderung, die daraus,daß ſich der Winkel der Ekliptik mit dem Aequator verandert, nicht konnte erklaͤretwerden. Z. E Prolemeus giebt dem Arcturus 35 groͤſſere noͤrdliche Breite, alsderſelbige gegenwaͤrtig hat, dieſes kann von der veraͤnderten Schiefe der Ekliptik nichtherruͤhren, weil dieſer Stern zu des Ptolemeus Zeiten, allzu nahe bey dem Durch-ſchnitte des Herbſtes ware, als daß er in ſeiner Breite eine ſo große Veranderunghatte leiden koͤnnen. Dieſe Veraͤnderung iſt ſo gar viel gröſſer, als diejenige, welcheſeit dieſer Zejt in der Schiefe der Ekliptik vorgegangen iſt, wenn man auch des deLouville Vorausfezung annehmen wollte. Ueber dieſes bat Caſſini im Jahre 1738

die4) J. c.. 6 0. 5) Phileſ. Trani . Abriug. Ten, 4. Pag. 225.) Sithe moon Oer, p. 72. ſeſcq. Cx.und KI GIiOTI Ama. Nov. I. 3. L. 6. c) Alembir. il. P Acad. 171.. 402. 85. 15 uv.S 3