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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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VI Caf.29 Fig.

54 Betrachtung don den s nde

ganzen Schwere des Mondes auf die Erde wie zu 178, 727(00. H.). Derohalbenverhält ſich dieſe Verminderung der Schwere, wenn der Mond neu odee voll iſt zuder ganzen Schwere des Mondes wie zu gd, 33s. nd dieſe Veriminderung derSchwere verhaͤlt ſich zu der ganzen Schwere, die der Mond haben wuͤrde, wenn erſich auf der Oberflache der Erde befaͤnde, wie 1 zu 39849, 75 noch dem was oben(D. 5.) gewieſen iſt.

106. H.

Aus dem gelegten Gruͤnden lieſſen ſich die Urſachen vieler anderer merkwuͤrdiger Erſcheinungen, die ſich bey der Bewegung des Mondes zeigen, angeben. Wirwollen es aber hierbey bewenden laſſen, weil wir nun zulängliche Gruͤnde haben, dieErſcheinungen der Ebbe und Fluth in der Folge zu erklaͤren, welches hier unſere vor-nehmſte Abſicht geweſen iſt. Doch ehe wir den Mond gänzlich verlaſſen, wollenwir noch die Urſache von einigen gemeinen Erſcheinungen, die ſich nicht allein denSternkundigen ſondern einen jedweden zeigen, ungeuͤbten zum Dienſte entdecken.

107. F.

Wir ſehen oben(93. 94. F.) daß der Mond ſich um die Erde, doch zugleich mitder Erde um die Sonne bewegt, nun ſetze man 2 ſey die Sonne, J die Erde, AD BCdie Laufbahn des Mondes, die wir hier zulänglich richtig durch einen vollkommenenKreis vorſtellen konnen. Wenn ſich der Mond in A und alſo zwiſchen der Sonneund der Erde befindet, kann man aus der Figur deutlich ſehen, daß die erleuchteteHelfte des Mondes von der Erde abgewandt, und nach der Sonne gekehrt iſt, dero-halben iſt der Mond um dieſe Zeit den Bewohnern der Erde unſichtbar, oder nachder gewohnlichen Redensart neu. Ferner geht der Mond nach E, wo ein kleinerTheil ſeiner erleuchteten Helfte nach der Erde gekehrt wird, daß man ihn gehoͤrntſiehet. In dieſer Zeit doch vornehmlich kurz nach den neuen Monde, bekoͤmmt manden uͤbrigen Theil des Mondkörpers bisweilen zu ſehen, doch zeigt er ſich viel dunk-lerer als der Theil welcher von der Sonne beſchienen wird, und dieſes iſt kein Wun

der, weil er kein ander Licht empfaͤngt, als nur von der Erdkugel, welche auf eben

die Weiſe die Sonnenſtrahlen nach dem Monde zuſchickt, wie der Mond ſie der Erde zuwirft. Ohngefaͤhr ſieben Tage nach dem neuen Monde hat man das erſteViertheil, wenn der Mond ſich bey D befindet, und ſich gleichſam halb durchſchnit-ten zeiget, da die erleuchtete Helfte halb nach der Erde zu, und halb davon abgekehrtiſt, ſo daß die Linie die den erleuchteten Theil ven dem unerleuchteten abſondert, alſo gerade erſcheinet. Ferner wenn der Mond ſich der Oppeſition mit der Sonne immermehr nähert, und nach F gekommen iſt, iſt der groͤſte Theil der Helfte, welche durchdie Sonne beſchienen wird, nach der Erde zugekehret, wodurch er ſich höͤckrichtzeiget, ſo daß die Linie, die den dunkeln Theil von den hellen abſondert, nicht mehrgerade, ſondern mit einer hohlen Kruͤmmung nach dem hellen Theile zu erſcheinet.Wenn endlich der Mond in B gekommen, und alſo mit der Sonne in Oppeßtion iſt,ſo