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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung von den Inſeln und Halbuiſeln. 167

Nordpole. Wofern Neu Guineg mit Carpentaria und Weuholland ein einziges Land ausmachet, ſo darf man faſt nicht zweifeln, es fuͤr ein großes Eiland zubalten, denn Taſßnann iſt um das Cand von Diemen in 45 Grade ſuͤder Br.gerahren, und allsdenn in Teuſeeland an einem Orte angeländet, der eiwa 38 Gradſuͤowaͤrts des Aequators lieget; von dar iſt er nordoſtwaͤrts auf die Inſeln Amſterdam und Botterdam geſeegelt, und endlich wieder an das ſuͤdliche Land vomGeiſte,(St. Eſprit) und zwiſchen Neugumea und den moluckiſchen Inſelnfortgegan gen, ſo daß er nothwendig zwiſchen Weuguimeg und dem Lande das derengliſche Seemann Davis geſehen hat, durchgefahren ſeun muß. Aber man hatnoch keinen Grund des Herrn de l' Isle Muthmaßung fuͤr ungereimt zu erklaren, 5daß Neuſeeland an das Land, das Davis geſehen hat, ſeſte ſeyn moͤchten, denn ſoviel man weiß, iſt noch kein Schiff zwiſchen dieſen beyden Landern durchgeſeegelt, ebwobl zwiſchen berden ein Abſtand von 85 Grad in der Länge iſt; ſonſt aber laͤſt ſichbievon nichts ausmachen.

150. F.

Wie die See ihre Inſeln hat, ſo findet man auch dergleichen in den Fluͤſſendie ab er durchgaͤngig viel kleiner ſind. In der Donau findet man an verſchiedenenStellen Inſein, auch im Tile, im Gambiaffuſſe, im Amazonenfluſſe, und mehrandern Fluͤſſen der vier ſo genannten Welttheile. Dieſe Inſeln liegen allemahl anſoicher Stelle, wo der Fluß am breiteſten iſt, und dieſes veranlaſſet die Muthmaßungdaf ſie, wenigſtens viele derſelben ihren Uürſprung daher haben, weil der Strom da, wo derFluß am weiteſten iſt, am langſamſten gehet, dadurch bekommt der Sand Zeit zuſinken, den das Waſſer, wo es am ſchmaͤlſten waͤre, und ann ſchnellſten liefe, mitgeſchiept hatte, und daher entſtehen anſangs Untiefen, denn Seebanke und zuletzt Inſelchen. Daher findet man wohl dieſe Inſeln am haͤufigſten in der Muͤndung derFluͤſſe. Auch kann man ſich vorſtellen, und die Erſahrunsg beſtaͤtiget ſolches, daß In-ſeln in einem Fluſſe entſtehen, wenn er ein Stuͤke von den nabe liegenden Lande abreiſt, und ſich wieder um das abgeriſſene Stücke einen Weg machet, da doch einTheil des Waſſers ſeinen alten uf behält. Auf dieſe Art haben auch vicle Teicheihre Inſeln bekommen, doch dieſe haben allzuwenig zu bedeuten, als daß wir unsdabey lange aufhalten ſollten.

151. F.

Ehe wir die Inſeln verlaſſen, wird nicht undienlich ſeyn, mit einem Worte dieſo qengunten ſchwunmenden Inſeln ju erwaͤhnen. Man findet verechiedene Beyſpiele retten berm Seneca 4 Plinnis) und Wela c) auch mangelt es n

beuten

Aen. de IA. ud. 1720. p. 494. 4) Hiſt. Nar. L. 2. Cap. 91Nat. gueeſt. 1. 3. Cæf. 25 c) Lib. 3. Cap. 3.