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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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174 Betrachtung von den Bergen uberhaupt

wuͤrde man doch nur rathen koͤnnen, was zur welche es wren. Ih will mich alſsmit vielen ungegruͤndeten Vorausſeßungen nicht auf wien , die verſchtedene Schriftſteller hievon angegeben haben, weil man ſelbige boͤchſtens ſür möglich und nicht fuͤrſicher ausgeben darf. Herrn Bajus) Mathmaßung iſt die Wahr-ſcheinlichſte wenn er ſagt: Vielleicht ſind ſie durch eben die Uirſachen wiedie Erdbeben hervorgebracht worden, nehmlich durch unterirrdiſche Feuerund Sturmwinde.(Ind in der That ſcheint es mir, der 104 Pf. 7 v.gebe die Urſache zu erkennen, denn nach dem er geſagt hatte: Waſſer ſtehenuber den Bergen, ſo ſetzet er hinzu, von deinem Schelten fliehen ſie, und vondeinen Donner fahren ſie dahin. Nun wiſſen wir daß das Erdbeben nichts an-ders als ein unterirrdiſcher Donner iſt, und unmittelbar darauf folget: DieBerge gehen hoch herfur u. ſ. w. Dieſe Muthmaßung wird noch wahrſcheinlicherwenn man bemerket, daß wuͤrkliche Beyſpiele von Bergen vorhanden ſind, die ihrenUrſprung von Erdbeben haben, wie wir in der Folge anzeigen werden. Auf der an-dern Seite wird dieſes auch einigermaßen durch die Veraͤnderungen wahrſcheinlichdie an einigen Bergen ſind geſehen worden, und die wir in der Folge anfuͤhren wer-den; eine einzige die Camerarius) angiebt, wollen wir hier beybringen. In Ita­ lien unweit Norcia zerriß ein Berg durch ein Erdbeben, ſo daß ein Theil davonwegſank, man konnte in dieſer Oefnung mit einem Seile von 294 Faden, an welcheseine Stuͤckkugel gebunden war keinen Grund finden; wenn aber der Berg anfangsdurch Erdbeben und unterirrdiſche Feuer war erhoben worden, ſo muͤſte in ſeinen In-nern eine Hoͤhle ſo groß als ſich der ganze Berg uͤber die Flaͤche der Erde erhebet,ſeyn gemacht worden. Und ſo giebt es ſehr viel Berge die inwendig groſſe Hoͤhlenhaben 1) wie in der Folge erhellen wird.161. F.

Man wird aus dem angefuͤhrten begreifen, daß viele, ja ſelbſt die meiſtenBerge, obwohl nicht alle, mit der Erde einerley Alter haben, wie wir oben(136. f.)ſahen, daß die meiſten Inſeln obwohl nicht alle mit dem Erdboden zugleich entſtan-den ſind, denn die Geſchichte lehren, daß ſich einige in ſpaͤtern Zeiten erhoben haben.Ovidius hat&) ſchon einen merkwuͤrdigen Fall von einem hohen Huͤgel bey derStadt Troezena angefuͤhret, der durch die Wuth unterirrdiſcher Sturmwinde oderFeuer iſt erhoben worden. Im Jahre 1538, iſt in Italien bey Pozzuolo der BergMonte Nuovo innerhalb 24 Stunden hervorgekommen, nachdem heftige Erdbebendieſen Platz etliche Tage zuvor erſchuͤttert hatten.) Er ſcheint mit denjenigen einer-ley zu ſeyn, deſſen Kircher y.) und Raſus) erwaͤhnen, und den die Einwohner denAſchenberg Monte di Cinere nennen. Er iſt wie Stephan Pighius btrichtet,

eine?) Der Welt Anfang und Ende. 40 Meram. L. Xy. v. 29 8. egg.7) Diſſert. Taurinenſ. Diſſ. 6. p. 30. ſeqg.·) S. GASEN DUS i IL. X. Diog. Lacrt.i) S. curve Hi. Nat. Hav. T. 1. T. 1. p. 645

5. 117. Jigq. und ar NN Eiſt. Orb. Terr. m) Aſund. Subt. T. 1. p.. 777. 307 g. 2) Der Welt Anfang und Ende 10 S.