oder feuerſpeyenden Bergen. 217
wegen der Hltze und Unreinigkeit des Waſſers. 2) Es wuͤrde uns zu lange aufhalten,wenn wir erzehlen wollten, wie oft er gebrannt hat, und wenn wir alle Verwuͤſtun-gen, die er geſtiftet hat, umſtaͤndlich beſchreiben wollten, derohalben will ich nur ei-nige von den neueſten Entzuͤndungen beruͤhren, weil man davon die ſicherſten undumſtaͤndlichſten Nachrichten hat, wiewohl noch verſchledene andere in dieſem Jahr-hundert vorgefallen ſind, von denen man ſo genaue und zuverlaͤſſige Nachrichten nichtbekommen kann. Dieſes aber iſt merkwuͤrdig, daß ech dem heftigen Brande zuTrajans Zeit, wodurch der aͤltere Plinius umgekommen iſt, die Wuth dieſesBerges, bis an das Jahr 1131 geringer geworden iſt, da die Bewohner der benach—barten Oerter ſchon auf die Gedanken gebracht waren, daß die Materie, welche vordieſem dem Feuer zur Nahrung gedient hatte, nun gaͤnzlich verzehrt waͤre. w)
Theodorus Valla giebt eine umſtaͤndliche Nachricht von derjenigen, welche imJahre 1631 vorgefallen iſt, und die er ſelbſt mit angeſehen hat, die Sonne verbargſich am hellen Mittage, die See wich verſchiedne mal zuruͤcke, und ließ die Schiffeauf dem Trockenen, feurige Fluͤſſe ſtroͤmten nach der See, verſchiedne Doͤrfer wur—den umgekehret und mehr als 30000 Menſchen mit einer unzehlichen Menge Vieh,vergiengen auf verſchiedentliche Arten. J) Im Jahre 1682 im Anfange des Jennerswarf er wiederum Flammen aus, die mit mineraliſchen Materien vermengt wa-ren. Man horte an der Oſtſeite des Berges viele Tage zuvor, ein Geraͤuſche, wievon einem ſchnelllaufenden Fluſſe.)) Der Rauch von dem Brande in ſelbigenJahren, welcher vom i4ten bis zum 26ten Auguſt dauerte, war ſo groß, daß erganze zweene Tage eine große Finſterniß 12 Meilen in der Runde verurſachte. 2)Im Jahre 1685 warf Veſuvius wieder eine Materie aus, ſo daß aus ſeiner Oef-nung gleichſam ein kleiner Berg hervorkam, die Flamme ward ſehr heftig und gab20 Meilen in der Runde herum helleres Licht von ſich, als das ſchoͤnſte Mondenlicht.Im Jahre 1689 waͤhrten die Auswerffungen des Feuers 22 ganze Tage vom gten De-cember bis zum erſten Jenner, und man hoͤrte zu Neapolis in den Inneren desBerges ein Getoͤſe, wie von kochenden Keſſeln. Im Jahre 1693 fieng er wiederumden 6. Aprill, ſchrecklich zu wuͤten an, und warf heftige und feurige Flammen bisnach Benevento , welches zö italieniſche Meilen davon liegt, ganze Stroͤme geſchmol-zerner Materien, aus dem Berge liefen zu 3 Meilen weit von den Abgrunde, auswelchem ſie hervorkamen, ſie liefen langſam wie Fett, das zu gerinnen anfaͤngt undtrieben alles vor ſich weg, was ihnen im Wege war. 4) Im ꝛten Jahre des ge-genwaͤrtigen Jahrhunderts fieng er wiederum am Ende des Heumonathes zu brennen
an,
*) Siehe v»ARRNII Cesgr. Gener. Cap 10. lien. 2 Th.Frop. 5. NA. 3.) rAR EN r. Recherches de phyſigue, Tom. r.20 Siehe Phileſ. Tranſack. N. 455. pag. Part. 1. p. 104.2) Aq1SSON J. 5. b. 205.
238.&c.*) Miſſons Reiſebeſchreibung durch Ita⸗ 4) Miſſon am angefuhrten Orte 2 Th.Erſter Theil. Ee