oder feuer ſpeyenden Bergen. 229
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Wenn man auf dasjenige Achtung giebet, was ein Chymicus durch ſeine Kunſtverrichten kann, ſo muß man zugeſtehen, daß in der Natur eben dergleichen ge-ſchehen kann, wenn die erforderlichen Materien dazu vorhanden ſind. Wenn maneinen Teig von 25 Pfund Eiſenfeil, und ſo viel Pfund Schwefel machet, ſolches mitgemeinen Waſſer vermenget, und dieſen Teig einen oder anderthalben Fuß tief indie Erde graͤbet, und das Erdreich daruͤber feſt zuſammen ſtoͤßet, ſo wird anfaͤnglichnach Ablauf weniger Stunden ein dicker Dampf aufſteigen, nachgehends werden hef-tige Flammen aus dem Grunde hervor brechen 3) wendet man nun dleſes auf dieEingeweide der feuerſpeyenden Berge an, ſo wird man dazwiſchen und dem erwaͤhn-ten chymiſchen Verſuchen eine groſe Uebereinſtimmung finden. Man ſtrift dortenſchwefelichte und mineraliſche Materien an, man findet auch gewiß daſelbſt waͤſſerich-te Theile, und es iſt bekannt, daß bisweilen mit dem Feuer, Waſſerſtroͤhme aus denHoͤhlen dieſer Berge ſind ausgeworffen worden 5) wiewohl dieſem von den neapo-litaniſchen Naturforſchern, was den Veſuvius betrift, iſt wiederſprochen worden.“)Die Kenner der Chymie haben noch ein anderes Mittel die Entzuͤndung der bren-nenden Berge zu erklaͤren, wiewohl daſſelbige von den vorhergehenden faſt gar nichtunterſchieden iſt. Es ereignet ſich oͤfters, daß bey der Vermiſchung zweyer kaltenFeuchtigkeiten eine ſtarke Flamme aus dem Mengſel hervorbricht, welches man vor-nehmlich ſiehet, wenn man rauchenden Salpetergeiſt, mit Vietriolöle zubereitet, auffriſche Oele beſonders auf ſolche, die aus Spetzereyen abgezogen ſind, gieſſet, wo-von man viele Exempel bey dem Boerhaave) und Muſſchenbroeck 4) findet.Ueber dieſes iſt bekannt, daß man durch Kunſt, Daͤmpffe oder Ausduͤnſtungen ma-chen kann, die von ſich ſelbſt Feuer fangen, man nimmt 2 Quentgen Victriolöl undvermengt ſolches mit 8 Quentgen gemeinen Waſſers, zu dieſem Mengſel ſetzt man2 Quentgen Eifenfeile, woraus ſo gleich ein großes Aufbrauſen und eine gewaltigeHitze entſtehet, der Dampf, der aus dem Mengſel hervor ſteiget, entzuͤndet ſich beywarmer Witterung, ſo bald er in die Luft koͤmmt. n) Wenn nun Waſſer eiſen-theilige Bergſtufen und Schwefel(woraus ein entzuͤndbares Oel und eine ſaure Feuch-tigkeit, die dem Vietrioloͤhle, nicht unähnlich iſt, kann gezogen werden) in deninnern der brennenden Berge zu finden ſind, wie ſolches ſehr wahrſcheinlich iſt, ſokann durch die Natur ein ſolcher feuerfangender Dampf ſehr leichte hervor gebrachtwerden, der die andern feuerfangenden Materien, die ſich daſelbſt befinden, entzuͤn-
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5 Siehe rau R A de HAcad. A. 17%; V2. p. 207.J. 132. BO PRHAAVIN Elem. Chemiae Tem. I) Additam 4d Tentamins Florentina P. 201. p. 40. Edit. Lond. 173 2. p. 164.YO Ad. Fru. Tipſ. Suppl. 5. p. r. m) Siehe KvsscnRNHAO EES Aufangs-) LHiſtoirs du Mont. Veſave pag. 99.& gründe der Naturlehre 9. 1709.& MemoiresFuiv. de Acnd. 1700.? · 139• ö4) Flem Chem. Tom 1.. 142.& Tem.
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