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vertheidigen lassen, dass es zu einer durchgreifenden formalenAusbildung der Erdkunde nach dem Stande ihres materialenTheiles noch zu früh sei. Gerade für eine Wissenschaft, wiedie genannte, deren Material aus einer überwältigenden Masseempirischer Einzelnheiten besteht, ist es von der höchsten Wich-tigkeit, dass der Gesichtspunkt festgestellt werde, unter dem dieeinzelnen Thatsachen aufgefasst werden müssen, wenn ihre rela-tive Bedeutsamkeit soll beurtheilt werden können. Die Litera-tur der geographischen Handbücher zeigt der Beispiele leiderziemlich viele, dass die interessantesten Einzelnheiten unbeach-tet geblieben , die unbedeutendsten aber mit unfruchtbaremFleisse zusammengetragen worden sind. Sehr passend kann mandaher auf die Geographie, selbst noch in ihrem jetzigen Zu-stande, anwenden, was Alex, von Humboldt in Bezug auf einenihrer besondern Zweige, oder, wenn man lieber will, auf eineverwandte Wissenschaft sagt: „Hier wie in allen Aggregatenempirischer Kenntnisse, die zu früh Wissenschaften genanntworden sind, kommt es auf eine richtige Ansicht dessen an,was aus den wohlgeordneten Einzelnheiten gefolgert werden darf.”
Nach diesen Betrachtungen kann es nicht ausser der Zeiterscheinen, wenn der Versuch gewagt wird , der Erdkunde durchBestimmung ihres ihr nothwendig aus der Idee der Wissenschaftzukommenden Inhaltes und Umfanges eine sichere Basis zu geben,und für die Aufführung ihres Gebäudes über dieser die wich-tigsten architektonischen Regeln aufzusucheu.
Vor allen Dingen ist es bei einem solchen Versuche vonWichtigkeit, dass man sich über die Idee der Wissenschaft ver-ständigt. Diese Idee aber kann nicht wohl gleich von Anfangals Resultat spekulativer Betrachtungen hingestellt werden, son-dern ist zunächst auf historischem Wege in ihrer Entstehungund Entwickelung zu beobachten; denn der Einzelne macht keineWissenschaft, öbschon er dazu beitragen kann, aufzuklären,worauf eigentlich die sich in wissenschaftlichen Versuchen aus-sprechenden geistigen Richtungen hinauswollen. Erst nachdemdieses letztere geschehen ist, kann die als vorhanden nachge-wiesene Idee der Wissenschaft an den Prüfstein einer allgemei-nen Methodik gebracht werden.