3ů⁸ Betrachtung von den Brunnen.
wenn Kirchers Verſuch von ſtatten gienge, ſo wuͤede man vollkommen im Standeſeyn ſagen zu koͤnnen, die immerwaͤhrende Bewegung, das ſo lange gewuͤnſchte Perpe-tuum mobile konnte jeden Augenblick erwieſen werden: denn aus dieſem Becher, wel—cher in dem von Gips gemachten Saͤulchen ausgehoͤlet war, koͤnnte man das Waſſer indie Schuͤſſel ableiten, aus welcher es ſich aufgezogen hatte, dergleichen eine immerwaͤh-rende Bewegung wohl einmal in dem Gehirne des einen oder des andern Lebhabers vonVorausſetzungen, gemachet wird: aber noch niemals mit Verſuchen hat koͤnnen dargethanwerden. Um hiervon uͤberzeuget zu werden; ſo ſehe man die vortrefflichen Verſuche desHerrn Jurin x) und wende ſie auf das Aufſteigen des Waſſers in die hoͤchſten Gipfel derBerge an. Ueberdem haben wir aus der Erzaͤhlung des Kolbe geſehen, daß aus derSpitze des Tafelberges auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung, welcher nach ſeiner Aus-rechnung 1857 rheinland. Fuß, oder 22284 Zoll hoch iſt, verſchiedene Brunnen entſprin-gen. Iſt es nun wohl zu glauben, daß das Waſſer bis auf dieſe Hohe blos durch dasAnziehen des Sandes ſollte ſteigen koͤnnen? Aus Jurins, Muſſchenbroeks, und an-dern Verſuchen mit den Haarrörchen iſt bekannt, daß ſich die Höhen, auf welche dasWaſſer in ihnen ſteigt, verkehrt, wie ihre Durchmeſſer verhalten: Nun ſteigt z. E. ineinem Roͤrchen deſſen Durchmeſſer o, 06 Zoll iſt, das Waſſer auf o, 61 Zoll hoch; alſomuͤßte der Durchmeſſer eine Roͤhre darinn das Waſſer 22284 Zoll hoch ſteigen ſollte,35 oder eines Zolles ſeyn. Sollte nun der grobe Sand uͤberall2228 40000 608853.nur ſolche kleine Zwiſchenraͤumchen offen laſſen? Mich duͤnkt, die Vergroͤßerungsglaͤſerlehren das Gegentheil y) und die eben vorher angefuhrten Erfahrungen zeigen an, daß dasWaſſer im Sande ſo hoch nicht ſteigt. Ueberdem findet man in dem Innern der Bergefaſt uͤberall Steine und Felſen, welche dem Waſſer einen ſolchen Durchgang nicht vergoͤn-nen, oder eine ſolche Anziehung verſtatten, wie der grobe Sand. Endlich iſt bekannt,daß die meiſten Brunnen ſolches Waſſer von ſich geben, an welchem man nicht alleinkeinen ſalzigen, ſondern auch keinen bittern Geſchmack bemerken kann. Wenn nun dieſesWaſſer auf eine ſolche Weiſe, wie ſich die eben gemeldeten Naturkuͤndiger einbilden, indie Hoͤhe gebracht wuͤrde, ſollte das Seewaſſer bloß durch das Durchſeigen ſowohl ſei-nen ſalzigen als bittern Geſchmack verlieren. Das erſtere iſt moͤglich, allein es iſt ausVerſuchen bekannt, daß die Bitterkeit durch das Durchſeigen nicht ganz und gar weg-genommen werden kann, wie man aus der Vorrede des Ueberſetzers von Herr Salesmehrmals angefuͤhrten Werkchen erſieht 2). Ja wenn alle Quellen ohne Unterſchled aufdieſe Art entſtuͤnden, wie ſich dieſe Philoſophen vorſtellen, was wuͤrde endlich aus der See?und was aus dem veſten Lande werden? Jeder Cubikfuß Seewaſſer giebt nach Marſig-lis Wahrnehmungen 4) ungefahr zwey Pfund Salz; verſchaffete nun die See den Quel-len* Diſſert. Phyſico · Mathematicæ p. I. ſeqꝗ · det Sales in ſeinen vegetable statieks die 33teMan findet auch dieſe Verſuche in den englie Erfahrung.ſchen Transactions N. 355. aus welchen ſie le 2) Inſtructions pour les Mariniers prefaceClerk in dem 2. Th. der phyſikaliſcbe Anmer⸗ du Traducteur pag. VII.&c.kungen 463. u. f. S. erzaͤhlet bat. a) Siehe oben 276.§.„ Man vergleiche hiermit die Er abrur gen