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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Betrachtung von den Brunnen

367. g.

Unter denen Brunnen welche mineraliſche Waſſer von ſich geben, verdienen diejeni-gen beſondere Aufmerkſamkeit, deren Waſſer ſehr heiß oder ſehr kalt iſt. Kalte findetman in Dauphine, in Aethiopien und anderswo, wie Varenius g) und Scheuchzer /)bezeugen. Charas 1) hat drey kalte Brunnen in Frankreich unterſuchet und beſchrieben.Der erſte befindet ſich am Gipfel des Berges Pila, an der Graͤnze des Gebietes von Lionsin Auvergne, wo man eine Waſſerſammlung von 24 bis 30 Fuß im Durchmeſſer antrifft.Charas wollte von dieſem Waſſer trinken, konnte es aber der Kälte wegen nicht in demMunde behalten, und ſeine Hand nur eine kurze Zeit lang im Waſſer laſſen. DieſesWaſſerbehaͤltniß war offen, und die Sonne ſchien auf die Oberflache des Waſſers. Derzweyte iſt am Fuße des Berges Ventoux an den Graͤnzen von Dauphine, er fanddas Waſſer dieſes Brunnens, eine Viertheilſtunde von den Orte wo er entſprüigt, ſo kaltals Eis, ob es gleich am Ende des Junius war, und die Sonne darauf ſchiene. Derdritte iſt auf dem Berge Genevre in Oberdauphine, eben ſo kalt als beyde vorigen, und giebtnach dem Charas zweene Fluͤſſe, den Duranſe und den Po von ſich, welches aber, wiedie Folge zeigen wird, falſch iſt. Hierbey iſt das am merkwuͤrdigſten, daß dieſe Gewaͤſ-ſer, auch der Sonne ausgeſetzet, ſo viel Kaͤlte haben. Man koͤnnte hievon mit dem HerrnCharas die Urſache vornehmlich in den Salpetertheilen ſuchen, welche mit dieſen Waſ-ſern vermenget ſind, und wie aus bekannten Verſuchen erhellet, das Waſſer kalt machen.Ueber dieſes fließt ihr Waſſer ſehr ſchnell heraus, daß es nicht Zeit hat von der Sonneerwaͤrmet zu werden. ö

368.§.

Die Brunnen welche heiſſes Waſſer geben, ſind durchgehends unter dem Namender Baͤder bekannt, dergleichen in vielen Gegenden der Erde gefunden werden. Ein Ver-zeichniß der warmen Baͤder zu geben, wollen wir uns nicht aufhalten, ſondern nur dievornehmſten und beruͤhmteſten als Beyſpiele anfuͤhren. Nur in Portugall, und zwar ineinem Landſtriche der 18 Meilen lang und u breit iſt, findet man nach des VaſconcellusJeugniſſe bey Kirchern) 25000 Brunnen, darunter ſehr viele warmes Waſſer ge-ben. In Spanien und Frankreich hat man eine Menge von Baͤdern um die pyrenaͤi-ſchen Gebirge, darunter diejenigen die ſich bey dem Dorfe Dar befinden, vor andern denVorzug verdienen. Ferner ſind in Frankreich die borboniſchen Baͤder, und der ſiedendeBrunnen bey Peroul unweit Montpellier merkwuͤrdig 7). In Deutſchland giebt es einegroſſe Menge ſolcher Brunnen, darunter das Pfeffersbad, das Carlsbad in Boͤhmen ,und vornehmlich das Achner, merkwuͤrdig ſind, denen man die Baͤser zu Ofen, oderSuda, und Schemniz beyfuͤgen kann), vieler anderen zu geſchweigen, die Scheucher)

beſchrie-O J. c. Prop. 10. p. 572. Phil. Tranſ. Abridg. Vol. 2. p. 349 Ke.70 ttin. Alp. p. 10. 1; S Browns Reiſen II B. V Th. 4 Cap.7) Nem. de Acad. Roy. 1893. 71.& ſuiy. 173. S. der d. Ueb.4) l. c. Lib. 5 beck. 3 Cap. 1. 7) Hydrogr. Helv. p. 324. u. f. S.S. ante: f u B. 1700. N