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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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22 Betrachtung von den Brunnen.

ſcheinungen kuͤrzlich unterſuchen. Mit den verſchiedenen Meynungen der Naturkundigerwollen wir uns hierbey nicht aufhalten, ſondern nur die vornehmſten kuͤrzlich betrachten.Kircher 2) Cornelius 4) u. a. ſtehen in den Gedanken, dieſes Waſſer bekomme ſeineWarme durch unterirdiſches Feuer, und dieſe Muthmaßung ſtimmet mit den gemeinenVorurtheilen am beſten uͤberein. Nun findet man zwar viele heiſſe Quellen bey brennen-den Bergen, daher es nicht unwahrſcheinlich iſt, daß dieſe Brunnen zu der Zeit, wenn dieBerge wirklich brennen, an der Hitze Theil nehmen, auf der andern Seite aber iſt es aus.gemachet, daß alle uͤbrigen heiſſen Brunnen nicht auf dieſe Art entſtehen koͤnnen. Denn:

J. Die eigentlich ſogenannten unterirdiſchen Feuer ſcheinen groͤßtentheils nur Erdich-tungen zu ſeyn, weil wir durch unzaͤhliche Verſuche geſehen haben, das kein Feuer ohnefreyen Zugang der Luft brennen kann, nur der aufſteigende und eingeſchloſſene Dampfmuͤate dergleichen Feuer ausdaͤmpfen, ja wenn der Dampf die geringſte ausdehnende Kraſthaͤtte, muͤßten die Gewoͤlber, mit dem dieſe Feuerſtaͤtte bedecket ſind, endlich berſten.

II. An vielen Oertern, wo weder brennende Berge noch unterirdiſche Feuer bemerketwerden, giebt es heiſſe Brunnen, wie aus dem Ange uͤhrten erhellet. Die Gegenwart derunterirdiſchen Feuer kann man aus der Hitze des Waſſers nicht ſchließen, denn die Frageiſt hier nicht, ob die Hitze des Waſſers von einer unterirdiſchen Hitze zeiget, ſondern ob ſieein Feuer das wirklich Flammen hat, darthut.

III. Das warme Brunnenwaſſer erkaltet viel langſamer als gemeines kochendes Waſſer.Man betrachte das warme Brunnenwaſſer zu Aachen , welches wenigſtens zwolf Stundenſtehen muß, ehe es zu brauchen iſt, daß man ſich darinnen baden kann, und ſelbſt im Kai-ſersbade ſind wohl 15 bis 18 St. dazu noͤthig 5).

370. F.

Andere haben ſich vor dieſem vorgeſtellet, dieſe Waſſer bekaͤmen ihre Waͤrme durcheine ſtarke Bewegung und heftiges Stoßen der Theilchen an einander: Dieſe Meynungaber widerſtreitet der Erfahrung gaͤnzlich; denn auf dieſe Art muͤßten vielmehr heiſſe Brunnenſeyn, als wirklich gefunden werden, well ſehr viel kalte Brunnen ihr Waſſer ſchneller her-vortreiben, als die heiſſen, und die Verſuche haben auch gelehret, wie ſchwer es faͤllt, demWaſſer einige Waͤrme durch Stoßen oder Schwenken zu geben c).

371. F.

Der beruͤhmte ſranzoͤſiſche Naturforſcher Du Clos will die Waͤrme der Baͤdervon dem Rauche und dem Dampfe herleiten, die in tiefen unterirdiſchen Hoͤhlen in groſ-ſer Menge gefunden werden, wie diejenigen erfahren, die in den hungariſchen Bergwer-ken arbeiten. Das Waſſer das durch dieſe Hohlen geht, vermenget ſich mit den Daͤmpfenund behalt die Hitze. Du Hamel erzaͤhlet dieſe Meynung 4). Um aber jetzo nicht zu er

waͤh-2) l. c. N der d. Ucberſ. aber 18 bepm Borſeler Bade) l. c. p. 176. vor Aachen . daſ. 317. S. A.]) Browns Reiſen.. Bocrbave Elem. Chem. T. 1. p. 74. Ed.LIII B. III Tb. 2 Cap. Beym Kaiſersbade zu Lond.Aachen , nennt Brown nur 1 Stunden 306 S. 4) H. A. R. Sc. L. 1. Sect. 2. C. 43.