Betrachtung von den Fluͤſſen. 345
von ungefahr 16 Gr. einen Arm von ſich, welcher der Elfenbeinfluß genannt wird undſich wiederum mit ihm vereiniget, nachdem er wohl achtzig Stunden gehends beſondersgefloſſen iſt, und mit dem Senegal die Inſel Morfil gemachet hat: Endlich veraͤndert erſeinen Lauf ungefähr 25 Meilen von ſeiner Muͤndung, und fließt gerade nach Suͤden, woer in der Breite von 15 Gr. 85 Min. in das atlantiſche Meer faͤllt, nachdem er auf ſeinemWege viele andere Fluͤſſe, darunter der weiſſe und der ſchwarze Fluß den Vorzug verdienen,in ſich genommen hat 6).
Der Nil iſt der beruͤhmteſte unter allen africaniſchen Fluͤſen. Man iſt vor dieſemſeines Urſprunges wegen ſehr ungewiß geweſen, aber Peter Pais hat 1618 durch Anwei-ſung des Abiſſiniſchen Regenten befunden, daß dieſe Quellen nicht in den Monds—berfſen ſuͤdwaärts des Aequators, ſondern im weſtlichen Theile des Koͤnigreiches Gojam im12 Ge. Nordlicher Breite zu ſuchen ſind. Er kommt daſelbſt aus zwo Quellen hervor,deren jede ein Fluͤßchen giebt, die ſich kurz darnach vereinigen, ferner faͤllt dieſer Anfangdes Nils in eine See die ihn gegen Suͤdoſten wieder von ſich laͤßt; in der Breite von 20Gr. 30 Min. aͤndert er ſeinen Lauf, fließt ein wenig weſtwaͤrts und wendet ſich alsdannnach Norden, worauf er mit vielen Krümmungen durch Nubien in Aegypten laͤuft, undendlich, nachdem er den weißen Fluß oder Bahr el abiad, den Tekezel, und mehr anderein ſich genommen hat, aus verſchiedenen Muͤndungen in das mittellaͤndiſche Meer 7).Ungeachtet nun der Urſprung und der Lauf des Nils ſolchergeſtalt in den beſten Chartenverzeichnet wird, ſo hat doch der Herr d' Anville ſeinen Urſprung in ſeiner ſorgfaͤltig aus-gearbeiteten Charte von Africa wieder zweifelhaft gemachet, ſo daß man hiervon ſein Ur-theil zuruck halten muß.
Der Seſtro oder Rio Seſtos entſpringt nach einigen Charten an den Graͤnzen desKoͤnigreichs Madinga, fließt quer durch Oberguinea, und faͤllt in das atlantiſche Meerin der Breite von 5. Gr. 30 Min. oder nach den neueſten Charten von 4 Gr. 30 Min.nordwaͤrts des Aequators .
Der Sherbro oder Serbera, welcher auch Madrabombo heißt, ſcheint ſeinem Ur-ſprunge nach nicht vollig bekannt, faͤllt aber auf der Kuͤſte von Guinea in der Breite 6 Gr.40 Min. nordwärts des Alequators aus einer ſehr weiten Muͤndung in die See 7).
Dec Fluß von Sierra Leona oder Mitombo, welcher auch in Oberguinea fließt, ſcheintim Koͤnigreiche Mitombo zu entſpringen, ſein Lauf aber iſt nicht zulaͤnglich bekannt,nur weiß man daß er ſich aus einer weiten Muͤndung in das atlantiſche Meer, in g Gr.Nordl. Br. ergießt.
Der Volta oder Rio de Volta, wie ihn die Portugieſen wegen ſeines ſchnellen Stro-mes, beſonders wenn er ebbet, nennen, entſpringt nach einigen der neueſten Schriftſteller imKoͤnigreiche Akan, im 9. Gr. Nord. Breite ſüdwaͤrts des Koͤnigreiches Gago, fließt durchQuako, Aboura, Ingo, und andere kleinere Theile von Guinea und faͤllt in der Breite
von ungefaͤhr 6 Gr. in den guineiſchen Meerbuſen. Der2) Hiſt. Gen. des Voy. T. 3. p. 295-310. Mund. Subt. T. 1. L. 2. C. 10. ſeq. S Voyag.70 Mem. de Acad. 170g. pag. 482. Herhi. T. 2. p. 173. et ſiiiv.
vg de Admir. Cataractis, pag. 169. ſeqq. Bec- 1) Hiſt. Gener. des Voyages, Tom. 4. pag.
man Hiſt. Orb. Terr. pag. 81. ſeq. Xircherun 52!.Erſter Theil. x