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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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vornehmlich in ihrer Oberflaͤche erlitten hat. 357

wurden erſt Sonne, Mond und Sterne geenachet, und war die Erde damals noch einFirſtern, und alſo mußte ſie unter die Werke des vierten Tages gerechnet werden; aber-nach der heutigen Geſchichte iſt die Abſonderang des Trockenen vom Waſſer ſchon den dritten Tag geſchehen, da dech nach Leib n.tzen diſe Abſonderung nach dem Verbrennenerfolget iſt. Ferner ſind die Seethiere, darunter man die Muſcheln wohl unſtreitigzaͤhlen muß, nach dem Moſes geſchaffen worden, als die See vom Trockenen abgeſondertwar, Leibmtz aber ſcheint ſie ſchon fuͤr zuvor geſchaffen anzunehmen, weil bey Zerbrechung der glasartigen Rinde der Erdkugel, die See in das Innerſte des Abgrundes gedrungen, und dadurch ein großer Theil der Erde trocken geworden ſeyn ſoll; denn er haͤltdie Muſcheln und andere Seegeſchoͤpfe, die um die Berge und darauf gefunden werden, fuͤrBeweisthuͤmer von dem erſten Einſturze der Erdrinde. Auch findet man auf den Gipfelnder Berge nicht nur Muſcheln und Stuͤcken von Seethieren, ſondern auch Abdruͤcke vonPflanzen und Knochen von Landthieren, ſo daß die See uͤber dieſen Bergen muß geſtandenhaben, nachdem die Kräuter und Thiere ſchon vorhanden waren. Doch muß man ge-ſtehon, daß Leibnitz in ſeiner Protogaea, wie Herr Scheid ſie heraus gegeben hat, dieſeMachmaßung etwas weiter ausgefuͤhret, und wentqiſtens vom Urſprunge der Muſcheln, dieſich auf der Berge Gipfeln finden, keine ausbluͤckliche Erwaͤhnung gethan hat, als obſolche von der Einſtuͤrjung der Erdrinde zuruͤcke geblieben waͤren, ſondern er ſcheint die-ſelben mehr der Suͤndfluth zuzuſchreiben, wodurch die letzterwaͤhnte Schwierigkeit meiſtensverſchwindet, als dann aber wird ſeine Meynung von der Suͤndfluth ungereimt, und ſtimmetmit Burnets ſeiner uͤberein.

407. h.

Weil wir alſo von den Veraͤnderungen, welche die Erde waͤhrend der ſechstaͤgigenSchoͤpfung erlitten hat, nichts anzugeben wiſſen, ſo wollen wir uns zu denenjenigen wen-den, die nachgehends vorgefallen ſind. Daß die Erde durch die allgemeine Suͤndfluthungefahr 1556 Jahre nach Erſchaffung der Welt ſehr große Veraͤnderungen erlitten hat,wird niemand in Zweifel ziehen, wie groß ſie aber, und wie ſie beſchaffen geweſen ſind,laßt ſich nicht genau beſtimmen.

408. H.

Der gelehrte und ſcharkſinnige Burnet), deſſen Gedanken vom Meere und denVergen wir oben im Porbeygehen betrachtet haben, hat mit viel Wohlredenheit zu erwei-ſen geſochet, daß die Oberflache der Erde ver der Suͤndfluth glatt und eben geweſen, und6 dans die Erdare, die jitzo mit der Are der Ecliptik einen Winkel von 23 Gr.

5 De3 Nin. Sec. mach't, auf die Flache der Erdbahn rechtwinklicht geſtanden, baß ſichUitee der zußerſten allgemeinen Rinde eine areße Wafſerſemmlung beſunden, und daß zurit der allgemeinen Sͤndfth ih die außerſte Rinde durch die naturliche Wirkung derSome, die we zen des gemeldeten Standes der Eedare, durch keine Veranderung voneres zeiten, darch keine Schlagre zen oder Scuͤrme geſchwachet wurden, eingeſtuͤrzet undYy 3 gebrochen

e) Tell. Theor. Sacra durchgeyends, vornehmlich Lib. II. e. 5. ſeqg.

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