vornehmlich in ihrer Oberflache erlitten hat. 375
dem Hekla in Island , das einem feuerſpeyenden Berge im geringſten gleiche, obweol viele europaͤiſche Gegenden reichlich mit Bergen verſehen ſind; wie iſt es alſo moͤg-lich, daß alle dieſe Sachen von feuerſpeyenden Bergen herruͤhren ſollten, ohne daß man ei-nige Spur hat, daß jemals ſolche feuerſpenende Berge geweſen ſind? Denn mit dem Morozu ſagzen, die meiſten Berge der Erde hatten vor dieſem Feuer ausgeworfen, das heißt Er-dichtungen auf einander haufen, um eine Erdichtung zu rechtfertigen. Wenn ſollten ſiewohl Feuer ausgeworfen haben? gewiß nicht in den erſten ſechs Schoͤpfungstagen allein,denn ſonſten wurde ſo eine große Verſchiedenheit von Lagern nicht davon haben entſtehenkoͤnnen; und nach der Schopfung findet man nicht allein keine Erwaͤhnung davon in denGeſchichten, ſondern es mußten auch vicle Thiere dadurch umgekommen, viele Pflanzenverbrannt ſeyn u. ſ. f. Ich laͤugne nicht, daß Berge auf der Erde gefunden werden, dievor dieſen vermuthlich gebrannt haben, und habe ſolches oben(232. F. u. f.) zu erkennengegeben; aber wie klein iſt die Zohl derſelbigen gegen die Menge anderer Berge mit denendie Oberflache der Erde bedecket iſt, und wo nichts dergleichen bemerket wird? Endlichkann man noch beyfuͤgen, daß die Materien, welche brennende Berge auswerfen, von ganzanderer Art ſund, als diejenigen, aus den die Erdlagen beſtehen; ja man findet an vielenOectern,(wiewohl nicht in allen), daß dieſe Lagen nach ihrer eigenthuͤmlichen Schwere ge-ordnet ſind, ſollten aber wohl die feuerſpeyenden Berge das Schwerſte zuerſt und nach undnach das Leichtere ausgeworfen haben? Man wird eher das Gegentheil wahrſcheinlich ma-chen koͤmnen. N
111. Derjenige, welcher den Auszug aus dieſem Werke des Moro verfertiget hat v)merket an, daß unter der Erde viel unbeſchädigte Schaalen und unverbranntes Holz ge-funden worden, welches wiederum nicht wohl zu begreifen iſt, wenn dieſe Sachen durch feuerſpeyende Berge dahin gebracht oder durch heiße Aſche und gluͤende Stuͤcken bedecket wor-den ſind. So findet man bey Modena in der Tiefe von 24 Fuß Kornahren ganz unbe-ſchaͤdiget; ſelbſt fand man einen Haſelſtrauch mit den Nuͤſſen daran noch ganz in der Tiefe
von 26 Fuß bw).423. F.
Weil mich nun dieſe und andere Gruͤnde, die ich der Kuͤrze wegen uͤbergehe, auf dieGedanken bringen, als haben Woodward und ſeine Nachfolger, wie auch Moro, die Ver-änderungen, die ſo wohl durch andere natürliche Wege als durch die Suͤndfluth auf derErde gemachet worden ſind, allzu ſehr vergroͤßert, ſo wird man vielleicht fragen, wie denndie Muſcheln, Seegewaͤchſe, Knochen fremder Thiere, Theile fremder Baͤume u. d. g ſoferne von ihrem Geburtsplatze und ſo tief in die Eingeweide der Erde gekommen ſind? Ichſchaͤme mich nicht, bierinnen zu bekennen, daß ich nichts mit Sicherheit zu ſagen weiß, dochgebe ich zu überlegen, ob man die Sache nicht auf dieſe Art mit einiger Waheſcheinlich-keit erklaͤren koͤnnte: die Erfahrung lehret, daß, wie der thieriſche Korper eine große Men-ge ven Gängen und Gefaͤßen hat, wodurch das Blut und andere Saͤfte in ihnen umlau-fen, daß auf eben die Art die Erde eine Menge von Adern enthaͤlt, wodurch das Waſſer
feinen
v) La Biblioch. Raiſonn. Tom. I. A. 746. p. 22. w) Siehe Camcrarius Diſſert. Taurin. p. 252.