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3⁰⁴ Betrachtung von der Dunſtkugel der Erde
kommen, nachdem ſie von der Luft und andern Gegenſtan den ſind zuuͤcke geworfen wor—den, die Empfindung der weißen Farbe in uns erregen ſoliten, aber neil wir den ſchwarzenHimmel anſehen, die weißen Stralen in unſer Auge kommen, und ais der Vermengungvon weiß und ſchwarz die himmelblaue Farbe entſteht. Den vornehnſten Beweis nimmtman von der Beſchaffenheit des Lichtes her, das die Luft auf andere Korper zuruͤcke wirft,und dieſe uns zuſenden; es laͤßt ſich durch glaͤſerne Prisrnata eben o von einander ſon-dern, wie andere Lichtſtralen, und muß alſo nicht nur blau, ſondern mch mit andern Far-ben vermenget ſeyn e). Ich geſtehe es, daß mich dieſe ſehr ſcheinbaun Gruͤnde ſelbſt zumBeyfalle bringen wuͤrden, wenn nicht die himmelblaue Farbe viel zu ſchoͤn waͤre, als daßſie ſollte aus der Vermiſchung von weiß und ſchwarz entſpringen komen. Ich weiß wohl,daß die Kunſt kein ſo vollkommenes Weiß und Schwarz wie die Nitur, darſtellen kann,aber auch die Farbe welche die größten Kuͤnſtler durch die Vermichung von weiß undſchwarz darſtellen, iſt kaum blau zu nennen, da die himmelblaue Fabe, in Italien , in derSchweiz , ja ſelbſt in unſerm Geldern, und an allen trockenen und ehabenen Dertern, ſovortrefflich iſt, daß kein Mahler ſie vollkommen nachahmen kann. Auch wird dadurchwahrſcheinlich, daß die Luft mebr blaue Strahlen als andere zuruͤckwrft, wenn man hoheund weit entlegene Berge betrachtet, die ſich allezeit als ein glaͤnzend Ultramarin zeigen,wie es ſcheint aus keiner andern Urſache, als weil man die natuͤrliche Farbe der Luſt in einergroßen Weite ſiehet, die in kleiner Entfernung nicht empfunden wird. Wenn man einwenig Feuchtigkeit, darinnen eine geringe Menge Indig oder andere blaue Farbe auf-geloͤſet iſt, betrachtet, ſo merket man kaum daß es blau iſt, ſieht man aber eine groͤßereMenge zu leich, ſo zeiget ſich die blaue Farbe deutlich; wenigſtene läßt ſich dieſe blaueFarbe der Berge von der Vermiſchung des weißen und ſchwarzen herleiten.
438.§.
Die Schwere der Luft entdecket ſich durch ſo viele Erfahrungen, daß ſolche voͤl-lig zu beſchreiben ein ganzes Buch erfordert wuͤrde. Denn nur uͤberhaupt etwas zu ſa-gen, ſo ſenket ſie ſich nieder, wenn ſie nicht zuruͤcke gehalten wird, ſie drucket die Koͤrper aufdenen ſie liegt, und zerbricht ſie, wenn ſie nicht ſtark genug ſind ihr zu widerſtehen; mankann ſelbſt die Luft abwiegen, ſo daß ſich an ihr uberall die Eigenſchaften ſchwerer Koͤrperzeigen. Ich weiß wohl daß einige, und ſelbſt der große Boerhave 7), gezweifelt haben,ob nicht das Gewichte der Luft, das wir durch Abwägen zu finden glauben, groͤßtentheilsden mit ihr vermengten Duͤnſten zuzuschreiben ſey; aber des Herrn MuſſchenbroeksVerſuche ſcheinen darzuthun, daß die duft nicht viel von ihrem Gewichte verliert, wennſie durch Potaſche, ſo viel ſich thun läßt, von ihrer Feuchtigkeit gereiniget wird. Auchkonnten die Duͤnſte ſelbſt, ſich weder in die Luft erheben, noch in ihr hängen bleiben, wennſie nicht ſchwer waͤre. Die eigenthuͤmliche Schwere der Luft iſt indeſſen zu verſchiedenen Zei-ten ſ hr unterſchieden, wie man aus des Herrn Muſſchenbroeks Bemerkungen ſehenkann). Nimmt man aber aus vielen und zu verſchiedenen Zeiten angeſtellten Verſu-
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) S. Grareſ Fl. Fhyſ. f. 3766. ſeqq. u. J) a. a. O 177. S.Funcctus de Coloribus Coeli Sect. 3. f. 7. 2 Addat. ad Exp. Flor. P. 2. p. 125. ſedq ·
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