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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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o Betrachtung von den Bewegungen und Wirkungen der Dunſtkugel.re e e eee e e eee eee eee

Zwanzigſtes Hauptſtuͤck.

Von den Bewegungen und Wirkungender Dunſtkugel.

457. g.

Boge haben wir die Dunſtkugel fuͤr ſich allein, ohne ihre Bewegungen und merk-wuͤrdigſten Wirkungen betrachtet, wir muͤſſen alſo auch von die ſen jetzo han-deln. So lange die Dunſtkugel uͤberall gleich hoch, gleich dichte, gleich warm, gleichrein, und gleich elaſtiſch iſt; ſo lange man an die Umdrehung der Erde nicht denkt, undauf die Wirkung des Mondes in die Luft nicht ſieht, ſo lange ſind alle Luſtſäulen gleichhoch, und mit einander im Gleichgewichte, wie bey allem fluͤſſigen Weſen, wo die ſeit-waͤrts druckenden Kraͤſte einander vernichten, und alles in Ruhe bleibt. So bald aberdas Gleichgewichte unter den Luftſäͤulen durch eine oder die andere Urſache weggenommenwird, fließen diejenigen welche die meiſte bewegende Kraft haben, nach dem Orte wo ſieden geringſten Widerſtand finden, und ein ſolcher Fluß oder Strom der Luft heißt Wind,beſonders wenn er ſo ſchnell oder ſo merklich iſt, daß er ſich den äußern Sinnen deutlichzeiget. Hier werde ich nur etwas weniges von der Beſchaffenheit der Winde uͤberhauptanfuͤhren, weil Herr von Muſſchenbroek ſchon umſtaͤndlich von den beſondern Artender Winde in hollaͤndiſcher Sprache gehandelt hat a).

458. F.

Ueberhaupt erhellet aus dem ſchon Angefuͤhrten, daß alles einen Wind verurſachenkann, was das Gleichgewichte zwiſchen den Luftſäͤulen zu heben vermoͤgend iſt. Wir wol-len nur einige wenige dieſer Urſachen als Beyſpiele betrachten.

I. Wenn ein Theil der Dunſtkugel mehr erwaͤrmet wird als der andere, muß ſich derwaͤrmere Anfangs nach der Gegend ausbreiten, wo er den geringſten Widerſtand findet;denn die auedehnende Kraſt der Luft und der Duͤnſte, wird durch die Waͤrme ſehr veraröſ-ſert, daher ſtroͤmet die Luft nach der kaͤltern Seite hin. So bald aber dieſe durch die Waͤr-me verdunnte und leichter gemachte Luft ein wenig abzekuͤhlet iſt, ſo ſetzet ſie der anliegen-den nicht verduͤnnten weniger Widerſtand entgegen, und dadurch wird wiederum eine Be-wegung verurſachet.

II. Wenn verſchiedene Arten von Duͤnſten ſolchergeſtalt einander begegnen und zu-ſammenſtoſſen, daß ein Aufwallen unter ihnen entſteht, ſo koͤmmt dadurch neue Luſt zumVorſcheine, die ſich durch ihre Federkraft nach den Seiten ausbreitet, wo ihr der wenigſteWi derſtand geſchieht.

4) Beginſ. der Natuurk. 1734. 1775. f.III. Wenn