Betrachtung von den Bewegungen und Wirkungen der Dunſtkugel. 4252§.
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Wenn unſere Dunſtkugel aus einer fluͤſſigen Materie beſtuͤnde, deren ſtrahlenbrechen-de Kraſt uͤberall gleich groß ware, ſo waͤre nichts leichter, als den Weg zu beſtimmen, dendie Strahlen durch unſere Dunſtkugel nehmen, ſie wuͤrden naͤmlich alsdann nur beym Ein—gange gebrechen, und giengen darauf ohne weitere Veraͤnderung gerade ſort. Wiewohlnun Caſſini 4) ſeine Tafeln der Strahlenbrechung auf dieſe Vorausſetzung gegruͤndet hat,ſo erhellet dech aus dem oben angefuͤhrten(439.§.), daß die Dunſtkugel immer dichterund dichter wird, je näher ſie der Erde kommt, alſo werden die Strahlen, je mehr ſie ſichder Erdflache naͤhern, immer mehr gebrochen, und beſchreiben eine krumme Linie, die nichteinmal beſtaͤndig einerley bleibt, weil die Verhaͤltniß zwiſchen den Dichten der Luft in ver-ſchiedenen Hohen nicht ganz unveraͤnderlich iſt. Viele mathematiſche Naturforſcher habendieſe Kruͤmmung zu beſtimmen auf allerley Arten gedacht, darunter de la Hire Y), Her-mann 0), Taylor 4) und Bouguer e) den Vorzug verdienen. Ich will mich mit ih-ren verſchiedenen Beſtimmungen nicht aufhalten, die meiſten haben des Mariotte Vor—aus ſetzung zum Grunde geleget, welche doch in groͤßern Hoͤten nicht richtig iſt(458. H.,derogalben kann dieſe krumme Linie keine Cycloide oder Epicycloide ſeyn, wie de la Herehat darthun wollen: es wuͤrde nicht einmal eine ſeyn, wenn Mariottens Regel in allenHohen ſtatt fande, weil er ein rechtwinklichtes Dreyeck gebrauchet hat, da er die Ausbrei-tun gen der Lukt in verſchiedenen Hoͤhen zu beſtimmen, haͤtte eine umgekehrte logarithmiſcheLinie nehmen ollen, und wenn man ſtatt dieſer krummen Linie die Hypothenuſe eines recht—winklichten Dreyecks gebrauchen koͤnnte, ſo waͤre doch der Weg des Strahles keine Cycloideoder Edieycloide, ſondern ein Kreis, wie Hermann gewieſen hat. Die meiſten, welchevor dem Herrn Bouguer von dieſer krummen Linie geſchrieben haben, haben nicht be-dacht, daß die Schichten von verſchiedener Dichte, in welche ſie die Dunſtkugel einthei-len, nicht von ebenen, ſondern von Kugelflaͤchen begraͤnzet werden, wiewohl ſie nachge-hends, um der Wahrheit naͤher zukommen, dasjenige auf Kugelflaͤchen haben zu bringengeſuchet, was ſie von ebenen voraus geſetzet hatten, und ſo hat de la Hire die Linie erſt ſuͤreine Cycloide, darnach fuͤr eine Epicyeloide angegeben; doch muß man dieſe Anmerkung,die Herr Bouguer fuͤr allgemein ausgiebt, nicht auf Taylorn erſtrecken, der in dieſerAbſicht auf der rechten Spur geweſen iſt. So bald die Regel entdecket wird, nach welcherſich die Luft in verſchiedenen groͤßern Hohen ausbreitet, wird Bouguers Arbeit ſehr dien-lich ſeyn, woſern die krumme Linie, die nach Mariottens Regel eine logarithmiſche Li—nie ſeyn ſollte, ſo befunden wird, daſi man ihre Beſchaffenheit algebraiſch ausdruͤcken kann;denn alsdann wird durch Bouguers allgemeine Auſtoſung die krumme Linie des Strah—les beſchrieben werden: weil es aber bisher noch unmoͤglich iſt, das Geſetz der Ausdehnung
Hh h 3 der1 Elem. de 1 Aſtr. p. 14.& ſuiv. ö n ethod. Inerem. p. 10g. ſeqq.5) Mem 0 Jad. Roy 1702. p. 68& ſiiv, e) Methode d' obſerver ſur mer la hautenꝝld p. 241.& ſuiv. des aſtres, 2, Part. C. J.
4) Acd. Erud. Lipſ. A. 170 6. p. 258. ſeqq ·