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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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Drittes Hauptſtuͤck.Von den Jahren und Jahreszeiten.

5 0. C.

iewohl einige Erdbeſchreiver von der Ldange der Oerter und ihrer Entfernung undW! Lage zu handeln pflegen, nachdem ſie ven der Breite der Oerter geredet haben,ſo finde ich doch keine Urſache, dieſem Verfahren zu folgen, weil ſehr viele Begebercheinen auf der Erde vorfallen, welche mit der Lange der Oerter keine Gemeinſchaftloben, zun ailein aus den verſchiedenen Breiten mit der Bewegung der Erde um dieS une, und der Umdrehung um ihre Are herruͤßren, derohalben wollen wir die Bewe

gran dee Erde, die wir oben uͤberbaupt betrachtet haben, jetzd etwas genauer anſehen,und boren Einfluß in die taͤglich vorkemmenden Vegebenheiten zeigen.501. G.

Wir haben oben(52. H. u. folg.) gewieſen, daß die Erde von Weſten nach Oſtenum die Sonne geht, und wualech innerhalb ungefahr 24 Stunden ſich um ihre Are drebet,welche gegen die Flache ihres Weges in einem Winkel von ungefahr 23 Gr. 282 Min,geneigt iſt. Dieſes alles muſſen wir nun etwas genauer unterſuchen, um darinnen dieErklarung der Jahreszeiten zu finden. Was die Bewegung der Erde um die Sonnebetrifft, wobey ſie ihren Umlauf innerhalb dee Zeit vollbringt, die wir ein Jahr nennen,ſo wuͤrde dieſelbige alsdann erſtlich i in ihrer natürlichen Beſchaffenheit bemerket werden, wennſich das Auge des Beobachters in dem Mittelpunete der Sonne§ befaͤnde; weil wir aberan unſern beweglichen Wohnplatz geheftet ſind, muͤſſen wir uns der Wahrnehmungen derſcheinbaren Bewegung der Sonne bedienen, welche aus der wahren Bewegung derErde um die Sonne entſteht(52. u. folg.§.), da der wahre Ort der Erde allezeit demſcheinbaren Orte der Sonne gerade uber ſteht. Wenn zum Exempel die Erde im Anfan-ge der Waage iſt, ſo ſieht ein Erdbewohner die Sonne im Anfange des Widders u. ſef.ſo ſcheint die Sonne beſtaͤndig in der Ekliptic fortzugehen, und an den Punct des Himmels, den ſie einmal verlaſſen hat, nach Ablaur eines Jahres wieder zu kommen, wie

,

wohl dieſe ganze Bewegung nur von dem jahrlichen Laufe der Erde entſteht.

502. F.

Wenn die Are der Erde auf die Flaͤche der Ekliptie recht winklicht ſtuͤnde, ſo ſaͤhe

man die Sonne beſtaͤndig in dem Aequator, ohne einige Abweichung nach Norden odernach Suͤden. Die Flaͤche des Aequators ſchiene alsdann auf die Flaͤche der Ekliptie zuliegen, oder beyde Flachen wuͤrden nicht von einander unterſchieden ſeyn; die Kreiſe, welche mit dem Asquator parallel giengen, wuͤrden zu allen Zeiten des Jahres halb erleuchtetD 3 uild

IIII. Taf.22 Fig.