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Johann Lulofs Prof. der Math. Astr. und Philos. et. etc. in Leiden Einleitung zu der mathematischen und physikalischen Kenntniss der Erdkugel / aus dem Holländischen übersetzet von Abraham Gotthelf Kästner, Mathem P.P.E.
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36 Drittes Hauptſtuͤck.

Ende des Decembers am ſchnellſten bewegen, weswegen die Zeit zwiſchen den Nachtgleichen, im Fruͤhlinge und im Herbſte kuͤrzer iſt, als zwiſchen den Nachtgleichen im Herbſteund dem nächſtfolgenden Fruͤhlinge.

510. F.

Nachdem wir nun dieſes uͤberhaupt im voraus erinnert haben, können wir die Jah-reszeiten und ihre beſondern Umſtaͤnde, wie ſie von dem verſchiedenen Stande der Erde inAb ſicht auf die Sonne herruͤhren, betrachten. Man iſt gewohnet vier Jahreszeiten zurechnen, namlich den Sommer, den Herbſt, den Winter und den Fruͤhling, man mußaber bey Beſtimmung dieſer Namen aus zweyerley Urſachen mehr Vorſichtigkeit ge-brauchen. Erſtlich muß man zwiſchen den himmliſchen oder vielmehr mathemati-ſchen Jahreszeiten und den irdiſchen oder vielmehr naturlichen einen Unter ſchied ma-chen. Man pfleget zum Exempel die Zeit des Jahres den Sommer zu nennen, wennes am waͤrmſten iſt, und man ſaget, es ſey Winter, wenn man die meiſte Kälte empfin-det, ohne daß man dieſerwegen im gemeinen Leben auf die Hoͤhe der Sonne und auf ihreſcheinbare Stelle in der Ecliptik Achtung giebt, auf welche doch die Beſtimmung dermathematiſchen Jahreszeiten allein ankoͤmmt. Wie und warum die mathematiſchenJahreszeiten von den natuͤrlichen unterſchieden ſind, werden wir in der Folge unterſuchen.Iweytens iſt es ſchwer, allgemeine Beſtimmungen oder Beſchreibungen von den Jahres-zeiten zu geben, weil man nicht uͤberall einerley Dauer bey ihnen findet; denn wir wer-den in der Folge ſehen, daß zwar außer den Wendekreiſen, das Jahr in 4. beynahe glei-che Theile getheilet wird, innerhalb derſelben aber iſt es ganz anders beſchaffen. Dieſeswird ſogleich erhellen, wenn wir uns nun zu beſondern Beſtimmungen wenden.

511. G.

Der Sommer iſt die Zeit vom Jahre, welche ſich anfaͤngt, wenn die Sonne denallerkleineſten Abſtand vom Scheitelpuncte eines Ortes hat, ſie endiget ſich, wenn die Son-ne einen mittelmaͤßigen Abſtand von eben demſelbigen Scheitelpuncte hat, ſo, daß der Un-terſchied zwiſchen dieſem und dem größten ſo viel betragt, als zwiſchen ihm und dem kleine-ſten. Weil man nun um Mittage am beſten bemerket, wie nahe die Sonne dem Schei-telpuncte iſt, ſo pfleget man den Sommer von dem Tage anzufangen, da die Sonne zuMittage dem Scheitel am naͤheſten iſt. Eben dieſes findet in der Beſtimmung des En-des des Sommers Platz. Z. E. Der Sommer fängt bey uns, die wir an der Nord-ſeite des Wendekreiſes des Krebſes wohnen, den Tag an, da die Sonne in dem Zeichendes Krebſes ſelbſt zu gehen ſcheint; dieſes nun iſt im Jahre 1749. des Morgens um 10.Uhr 29. Min. 37. Sec. des 21. Junii geſchehen; alſo ſaget man der Sommer habe dieſenTag angefangen, weil die Sonne den Mittag dieſes Tages unſerm Scheitelpuncte naͤhergeſtanden hat, als einigem anderen Tage dieſes Jahres. Der Sommer endiget ſich indieſen nordlichen Landen, wenn die Sonne in den Anfang der Waage tritt, und hierzeiget ſie ſich, weil die Erde ſich im Anfange des Widders befindet, das iſt, im Jahre 1740.

den 22. September des Abends um 11. Uhr 39. Min. 14. Sec. zu welcher Zeit ſie 7 528. Min